Verdi lässt in der Vorweihnachtszeit wieder Amazon bestreiken
Im Vorweihnachtsgeschäft ruft die Gewerkschaft Verdi jetzt gleich an zwei wichtigen Standorten von Amazon in Deutschland zum Streik auf: Am größten deutschen Standort Bad Hersfeld begann der Streik bereits in der Nacht zum Montag, heute folgt die Arbeitsniederlegung in Leipzig.
Verdi erwartet noch immer einen Einlenken von Amazon im Streit um die Zuständigkeit des Tarifvertrags für die Logistikbranche. Seit eineinhalb Jahren streiten der Versandriese und die Gewerkschaftler um die Einordnung. Verdi möchte für die Angestellten eine Bezahlung nach dem Tarif des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Amazon besteht auf den für das Unternehmen deutlich günstigeren Tarif der Logistikbranche.
Nachdem die letzten Arbeitsniederlegungen im Oktober ohne ein Resultat zu Ende gingen, wird nun also doch auch zur Weihnachtszeit bei Amazon gestreikt. Das Weihnachtsgeschäft läuft für den Versandhandel auf vollen Touren. Nach den Cyber-Wochen gibt es laufend weitere Schnäppchen-Angebote bis Weihnachten. Für die Mitarbeiter bedeutet das jetzt noch mehr Arbeit, härterer Druck und noch mehr Stress, schreibt die Zeitung Die Welt. Auch deshalb werde jetzt gestreikt, um für bessere Arbeitsbedingungen vor Ort in den Verteilerzentren zu kämpfen.
Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sagte gegenüber der "Welt": "Unzureichende Arbeitsmittel, Druck und Arbeitshetze, extrem lange Laufwege und zahlreiche unsichere, weil befristete Arbeitsverhältnisse machen Menschen, die bei Amazon arbeiten, krank."
Die Gewerkschaft plane daher weitere Aktionen, auch noch in diesem Jahr, falls Amazon nicht an den Verhandlungstisch zurückkehrt.
Lohnniveau unterdurchschnittlich
Das Lohnniveau ist bei Amazon unterdurchschnittlich. Laut amazon-verdi.de, der Infoseite von Verdi für die Amazon-Angestellten in Deutschland, zahlt Amazon derzeit ein Anfangsgehalt von 10,67€ Stundenlohn. Bei einer monatlichen Arbeitszeit von 168 Stunden kommt man auf ein Gehalt von rund 1792 Euro im Monat. Bonuszahlungen sind je nach Standort derzeit bei monatlich zwischen 0 Prozent und 4 Prozent für den November angekündigt. Eine Bezahlung nach dem Tarif des Einzel- und Versandhandels würde ein Plus von mindestens 200 Euro im Monat ausmachen.Nachdem die letzten Arbeitsniederlegungen im Oktober ohne ein Resultat zu Ende gingen, wird nun also doch auch zur Weihnachtszeit bei Amazon gestreikt. Das Weihnachtsgeschäft läuft für den Versandhandel auf vollen Touren. Nach den Cyber-Wochen gibt es laufend weitere Schnäppchen-Angebote bis Weihnachten. Für die Mitarbeiter bedeutet das jetzt noch mehr Arbeit, härterer Druck und noch mehr Stress, schreibt die Zeitung Die Welt. Auch deshalb werde jetzt gestreikt, um für bessere Arbeitsbedingungen vor Ort in den Verteilerzentren zu kämpfen.
Krankenstände überdurchschnittlich
Verdi hatte die hohen Krankenstände bei Amazon als einen Beleg für die schlechte Arbeitssituation dargelegt. In Leipzig gibt es Rekordwerte von 20 bis 25 Prozent Krankenstand, heißt es in dem Bericht der Welt. In sieben von den acht Standorten von Amazon in Deutschland liegt die Quote bei über elf Prozent. Laut Statistischem Bundesamt liegt die Durchschnittsquote aller Arbeitsnehmer in Deutschland bei gerade einmal 3,8 Prozent.Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sagte gegenüber der "Welt": "Unzureichende Arbeitsmittel, Druck und Arbeitshetze, extrem lange Laufwege und zahlreiche unsichere, weil befristete Arbeitsverhältnisse machen Menschen, die bei Amazon arbeiten, krank."
Die Gewerkschaft plane daher weitere Aktionen, auch noch in diesem Jahr, falls Amazon nicht an den Verhandlungstisch zurückkehrt.
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