Streams tausender geknackter Webcams offen ins Netz gestellt

Tausende Live-Übertragungen von Webcams, die eigentlich nicht öffentlich sein sollten, sind von Unbekannten auf einer Seite gesammelt und veröffentlicht worden. Diese bieten Einblick in private Haushalte, aber auch Geschäftsräume.
Geknackte WebcamsWebcam-Streams
Die Webseite selbst ist in russischer Sprache gehalten, daher ist es relativ wahrscheinlich, dass sie auch von dort aus betrieben wird. Die Domain, die zu dem Angebot führt, gehört zu den Cocos Islands, die unter australischer Verwaltung stehen. Bei den betroffenen Webcams handelt es sich in den meisten Fällen um solche, bei denen der Zugang zu den übertragenen Inhalten durch ein vordefiniertes Passwort "geschützt" wird.

Betroffen ist offenbar eine Vielzahl von Systemen. Denn die Streams zeigen ganz unterschiedliche Orte. Außenkameras geben beispielsweise einen Blick auf Parkplätze, in einem Fall zeigte die integrierte Kamera eines Babyphones aber auch ein schlafendes Kleinkind in seinem Bett. Was die Sache noch brisanter als die Veröffentlichung der Streams an sich macht, ist die Tatsache, dass die Videobilder jeweils auch mit den GPS-Koordinaten des jeweiligen Standorts versehen sind.

Insgesamt handelt es sich um tausende Kameras, deren Bilder abgegriffen werden. Rund 4.500 von ihnen sollen in den USA stehen, weitere 2.000 werden Frankreich zugeordnet und rund 500 filmen in Großbritannien. Entdeckt wurde die Seite von Datenschutz-Experten aus Hongkong, die dann verschiedene Behörden der fraglichen Länder benachrichtigten.

Der Vorfall rief in verschiedenen Ländern bereits die Datenschutzbeauftragten auf den Plan. Christopher Graham aus Großbritannien hat beispielsweise direkt die russische Regierung aufgefordert, tätig zu werden und eine Abschaltung der Seite zu erzwingen.

Die Intention der Betreiber scheint es hingegen eher zu sein, mit diesem Vorgehen Aufmerksamkeit auf das Thema Sicherheit zu lenken. Sie erklärten auf der Seite, dass alle Streams von Webseiten stammen, die leicht zu knacken sind. Das liegt vor allem daran, dass die Nutzer auf die Voreinstellungen vertrauen und selbst beispielsweise kein neues Passwort setzen.

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