Cevat Yerli über Cryteks "Transformation" und den Arroganz-Vorwurf
Cevat Yerli, einer der Gründer der Frankfurter Spieleschmiede Crytek, hat sein Schweigen der letzten Wochen und Monate gebrochen und das erste ausführliche Interview seit langem gegeben. Darin äußert sich der Crytek-Chef vor allem zur Zukunft des wirtschaftlich schwer angeschlagenen Unternehmens.
Die jüngsten Schwierigkeiten bezeichnete Yerli als "Transformation", die gerade die gesamte Spiele-Industrie durchmache. Im Falle von Crytek habe das einen finanziellen, strategischen und organisatorischen Wandel zur Folge gehabt, um das Ziel eines "Spiele-Services" erreichen zu können. Das habe auch das Aus für bestimmte Spieletitel zur Folge gehabt, da sie nicht mehr ins geplante Konzept passten, so Yerli.
Zur Sprache kommt auch das Aus für Homefront 2 bzw. der Verkauf der Marke an Koch Media: Dieses Franchise passe als klassisches "Retail"- Spiel (also Vollpreis) nicht mehr ins Konzept von Crytek, man solle sich auf Warface, Arena of Fate und Hunt konzentrieren.
Den angeblichen "Arroganz"-Vorwurf einiger britischer Crytek-Mitarbeiter - die Crytek-Führung soll ihnen gesagt haben, dass sie froh sein sollen, überhaupt noch bezahlt zu werden - wies Yerli scharf von sich und bezeichnete das als "Bullshit", die meisten Mitarbeiter hätten Verständnis für die schwierige Lage gehabt. "Wären wir arrogant, dann wären wir nicht seit 15 Jahren in diesem Geschäft", sagte Yerli. Außerdem sei auch die Führung von Crytek während dieser Zeit nicht bezahlt worden, im Gegenteil sogar, man hat Privatvermögen in das Unternehmen gesteckt.
Im (sehr langen) Interview spricht der Crytek-Chef auch noch über die Zukunft der Spielmarken, zu einem neuen Crytek-Teil wollte er sich aber kategorisch nicht äußern.
Crytek in der Wirtschafts-"Crysis"
Bevorstehendes Ende, wirtschaftliche Krise und unbezahlte Mitarbeiter: Das waren die Themen der vergangenen Monate, wenn es um das derzeit bekannteste deutsche Spielestudio ging. Die Crytek-Führung rund um die Yerli-Brüder war bisher auf Tauchstation. Nun hat Cevat Yerli das Schweigen gebrochen und dem Spiele-Portal Eurogamer ein ausführliches Interview gegeben.Die jüngsten Schwierigkeiten bezeichnete Yerli als "Transformation", die gerade die gesamte Spiele-Industrie durchmache. Im Falle von Crytek habe das einen finanziellen, strategischen und organisatorischen Wandel zur Folge gehabt, um das Ziel eines "Spiele-Services" erreichen zu können. Das habe auch das Aus für bestimmte Spieletitel zur Folge gehabt, da sie nicht mehr ins geplante Konzept passten, so Yerli.
Zur Sprache kommt auch das Aus für Homefront 2 bzw. der Verkauf der Marke an Koch Media: Dieses Franchise passe als klassisches "Retail"- Spiel (also Vollpreis) nicht mehr ins Konzept von Crytek, man solle sich auf Warface, Arena of Fate und Hunt konzentrieren.
Ungeduldige Mitarbeiter
Die Kündigungen der an Homefront 2 beteiligten Mitarbeiter führte er auf Ungeduld zurück: Die "Verzögerungen" bei der Auszahlung von Gehältern habe einige Mitarbeiter nervös gemacht, sodass sie "über die kleinste Verspätung verärgert waren." Man wollte aber trotz wirtschaftlicher Turbulenzen keine Entlassungen durchführen und habe das auch so intern kommuniziert.Den angeblichen "Arroganz"-Vorwurf einiger britischer Crytek-Mitarbeiter - die Crytek-Führung soll ihnen gesagt haben, dass sie froh sein sollen, überhaupt noch bezahlt zu werden - wies Yerli scharf von sich und bezeichnete das als "Bullshit", die meisten Mitarbeiter hätten Verständnis für die schwierige Lage gehabt. "Wären wir arrogant, dann wären wir nicht seit 15 Jahren in diesem Geschäft", sagte Yerli. Außerdem sei auch die Führung von Crytek während dieser Zeit nicht bezahlt worden, im Gegenteil sogar, man hat Privatvermögen in das Unternehmen gesteckt.
"Ich bin auch nur ein Mensch"
Derzeit habe Crytek weltweit noch 700 Angestellte, vor der Krise waren es zwischen 900 und 950, bestätigte Yerli. Kritik an seiner eigenen Person wies Cevat Yerli nur halb von sich. Er habe auch selbst Fehler gemacht, wie jeder andere Mensch auch. Andererseits: "Wäre ich so eine schlechte Person, dann glaube ich nicht, dass wir so eine loyale Basis hätten." Dass er gelegentlich als arrogant rüberkommt, könne auch an der (englischen) Sprache liegen, da es nicht seine Muttersprache sei.Im (sehr langen) Interview spricht der Crytek-Chef auch noch über die Zukunft der Spielmarken, zu einem neuen Crytek-Teil wollte er sich aber kategorisch nicht äußern.
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