Recht auf Vergessen: Wikipedia betroffen, Gründer Jimmy Wales tobt
Das von der Europäischen Union beschlossene "Recht auf Vergessen" ist umstritten, aber bei einigen Nutzern auch beliebt. Welche Seiten und Informationen von derartigen Löschanfragen - entfernt werden aber nicht die Seiten, sondern die (Index-)Einträge bei Suchmaschinen - betroffen sind, ist nicht bekannt, eine betrifft zumindest die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia.
Die von Jimmy Wales mitgegründete Online-Enzyklopädie Wikipedia ist zum Opfer des umstrittenen EU-Gesetzes zum "Recht auf Vergessenwerden" geworden, berichtet die zum Guardian gehörende Wochenzeitung The Observer. Details zu den Umständen sind keine bekannt, man weiß weder, wer diese Löschung beantragt hat, noch um welche Seite es geht, und vermutlich wird man es auch nie erfahren, wie der Observer schreibt.
Jimmy Wales weiter: "In einem Fall von wahrheitsgemäßer und nicht-verleumderischer Information, die legal erlangt worden ist, gibt es meiner Meinung nach keine Möglichkeit eines vertretbaren 'Rechts', etwas zu zensieren, das andere Leute schreiben." Kurzum: Möglicherweise unangenehme Informationen, die aber wahr sind, müssen sowohl auf Wikipedia wie auch bei Google gefunden werden können.
Vergangene Woche hat Google erstmals Zahlen zu diesem neuen Recht veröffentlicht: Bis zum 18. Juli haben Nutzer aus ganz Europa rund 91.000 Anträge eingereicht und etwa 328.000 Suchmaschinenlinks beanstandet. Die meisten kamen aus Frankreich, an der zweiten Position liegt Deutschland, dahinter Großbritannien.
Siehe auch: Recht auf Vergessen - Deutschland an zweiter Stelle hinter Frankreich
"Völliger Irrsinn"
Jimmy Wales, der einem von Google eingesetzten zehnköpfigen beratenden Gremium angehört, das die Umsetzung dieser Maßnahme vor Ort in den EU-Mitgliedsstaaten beaufsichtigen soll, ist alles andere als glücklich darüber und findet ziemlich eindeutige Worte: "Das ist völliger Irrsinn und muss korrigiert werden", sagte Wales dem Observer.Jimmy Wales weiter: "In einem Fall von wahrheitsgemäßer und nicht-verleumderischer Information, die legal erlangt worden ist, gibt es meiner Meinung nach keine Möglichkeit eines vertretbaren 'Rechts', etwas zu zensieren, das andere Leute schreiben." Kurzum: Möglicherweise unangenehme Informationen, die aber wahr sind, müssen sowohl auf Wikipedia wie auch bei Google gefunden werden können.
Vergangene Woche hat Google erstmals Zahlen zu diesem neuen Recht veröffentlicht: Bis zum 18. Juli haben Nutzer aus ganz Europa rund 91.000 Anträge eingereicht und etwa 328.000 Suchmaschinenlinks beanstandet. Die meisten kamen aus Frankreich, an der zweiten Position liegt Deutschland, dahinter Großbritannien.
Siehe auch: Recht auf Vergessen - Deutschland an zweiter Stelle hinter Frankreich
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