Verbraucherschützer erwarten teurere Handy-Tarife
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) rechnet damit, dass die Mobilfunk-Betreiber ihre Drohung ernst meinen und bei einer EU-weiten Abschaffung der Roaming-Gebühren die Mobilfunktarife in Deutschland teurer machen werden.
"Unsere Sorge ist, dass die Konzerne sich dieses Geld wiederholen, indem sie einfach die nationalen Tarife anheben", sagte VZBV-Chef Gerd Billen gegenüber dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel (morgige Ausgabe). Die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes hatte vergangene Woche angekündigt, die teuren Auslandstarife für Handys bis Mitte 2014 komplett abschaffen zu wollen.
Die Telekommunikationsunternehmen sind gegen den Vorstoß, schließlich würde er sie rund 1,6 Milliarden Euro kosten. Sie hatten klargestellt, dass sie dann eben in den nationalen Märkten dafür sorgen müssten, mehr Einnahmen zu generieren, um keine finanziellen Schäden davonzutragen. Versuche der großen Netzbetreiber in der EU, sogar eine weitere Absenkung der Roaming-Gebühren zu verhindern, waren zuletzt dann doch nicht erfolgreich.
Für die Verbraucherschützer ist dies allerdings kein Grund, gegen die Pläne aus Brüssel zu argumentieren, die dazu beitragen sollen, einen gesamteuropäischen Binnenmarkt in der Telekommunikation zu schaffen. Sie gehen nicht davon aus, dass die Mobilfunkbetreiber dann offen die Preise hochsetzen, sondern dies eher schleichend und verdeckt tun werden.
"Sollte Kroes ihre Pläne durchkriegen, müssen die Regulierungsbehörden die Preisentwicklung am deutschen Handymarkt sehr genau beobachten", erklärte Billen. "Sonst zahlen die Verbraucher am Ende das Gleiche - es wird nur anders verpackt."
Die deutschen Mobilfunktarife liegen derzeit mit durchschnittlich 8,8 Cent pro Minute europaweit im Mittelfeld. Am wenigsten zahlen die Kunden mit 1,9 Cent in Litauen, am meisten mit 14,7 Cent in den Niederlanden, 674 Prozent mehr als die Litauer.
Die Telekommunikationsunternehmen sind gegen den Vorstoß, schließlich würde er sie rund 1,6 Milliarden Euro kosten. Sie hatten klargestellt, dass sie dann eben in den nationalen Märkten dafür sorgen müssten, mehr Einnahmen zu generieren, um keine finanziellen Schäden davonzutragen. Versuche der großen Netzbetreiber in der EU, sogar eine weitere Absenkung der Roaming-Gebühren zu verhindern, waren zuletzt dann doch nicht erfolgreich.
Für die Verbraucherschützer ist dies allerdings kein Grund, gegen die Pläne aus Brüssel zu argumentieren, die dazu beitragen sollen, einen gesamteuropäischen Binnenmarkt in der Telekommunikation zu schaffen. Sie gehen nicht davon aus, dass die Mobilfunkbetreiber dann offen die Preise hochsetzen, sondern dies eher schleichend und verdeckt tun werden.
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Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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