Mobilfunker wollen ihre Roaming-Gebühren retten

Die Mobilfunk-Branche ist wegen der mehrfachen Absenkung der Deckelung von Roaming-Gebühren ohnehin schon nicht besonders gut auf die EU-Kommission zu sprechen - doch nun könnte die Situation sich weiter zuspitzen.
Nokia, Handy, Linux
Nokia
Denn die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes arbeitet weiterhin intensiv daran, in Europa einen einheitlichen Binnenmarkt zu schaffen - auch für den Mobilfunksektor. Dies würde dann aber auch bedeuten, dass die Netzbetreiber faktisch gar keine Roaming-Gebühren mehr von ihren Kunden nehmen dürfen, berichtete die Financial Times.

Das wäre für die Unternehmen allerdings ein massiver finanzieller Einschnitt. Aber nicht nur das. Die Netzbetreiber würden damit voraussichtlich auch einer recht weitgehenden Neustrukturierung des Marktes entgegensehen. Denn insbesondere Mobilfunk-Discounter, die ohne eigenes Netz arbeiten, könnten ihre niedrigen Tarife dann in ganz Europa vertreiben, wobei Netzbetreiber, die nicht mit ihnen zusammenarbeiten, dann die Durchleitung von Telefonaten und Daten quasi umsonst gewährleisten müssten.

Vertreter der Mobilfunkbranche beklagten, dass die Pläne der EU-Kommission letztlich die Mittel schmälern würden, die für den Netzausbau zur Verfügung stehen. Damit würde sich ein entsprechender Schnitt nicht nur auf die Auslandsgeschäfte, sondern auch auf das lokale Business auswirken. In Brüssel soll es daher nun ein Treffen mit Kroes geben, bei der man versuchen wird, die EU-Kommissarin von zu radikalen Schritten abzuhalten.

Eine Abschaffung der Roaming-Gebühren bedeutet für diese aber einen großen Schritt hin zur Überwindung der oft künstlich im nationalen Rahmen gehaltenen Geschäfte. Die meisten Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica oder KPN sind längst weitgehend in ganz Europa aktiv. Hier werden den Kunden häufig noch Roaming-Gebühren abgenommen, wenn diese im Grunde lediglich die Infrastruktur im Besitz des gleichen Unternehmens nutzen.
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