Kampagne will CAPTCHAs aus dem Netz verbannen

In Australien starten mehrere Organisationen eine Kampagne, um Betreiber von Web-Angeboten dazu zu bringen, endlich die so genannten CAPTCHAs aus ihren Webseiten zu entfernen.
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Google
Seit Jahren werden entsprechende Systeme auf zahlreichen Seiten breit eingesetzt, um die automatischen Systeme von Spammern rauszuhalten. Allerdings werden im Zuge dessen auch breite Kreise von menschlichen Nutzern ausgeschlossen, kritisieren die Verbände hinter der Kampagne: Vor allem Menschen mit Behinderungen. Das berichtet das australische Magazin ITNews.

Selbst Anwender, die nur eine Sehschwäche haben, sind oft nicht in der Lage, aus den abstrakten Mustern die richtigen Buchstaben herauszulesen. Selbst die in den Betriebssystemen zum Standard gewordenen Hilfsmittel bringen kaum Besserung. Völlig außen vor bleiben blinde User, deren Hilfsmittel, die Texte in Sprache oder Braille-Zeilen umwandeln, nicht darauf ausgelegt sind, die Zeichen zu erkennen.

In einigen Fällen wird als Alternative zu den grafischen CAPTCHAs auch ein so genanntes Audio-CAPTCHA angeboten. "Meine Erfahrung ist, dass diese ebenso unbenutzbar waren, wie die visuelle Variante", erklärte Wayne Hawkins vom Verbraucherschutzverband Australian Communications Consumer Action Network, der selbst blind ist. "Ich muss das Audio-CAPTCHA von Skype sicher 20 mal gehört haben, bevor ich aufgab und einen Freund bat, meinen Account einzurichten."

Aber nicht nur blinde Menschen, auch solche mit Farbblindheit, ältere Nutzer und Legastheniker sind oft nicht in der Lage, die Hürde zu überschreiten. Sie können deshalb eine ganze Reihe von Internet-Angeboten nicht selbstbestimmt nutzen. Sie bleiben ganz am Ende von zeitkritischen Ticket-Bestellungen für Konzerte hängen und können selbst auf manche Angebote von Regierungsbehörden nicht zugreifen.

Die Verbände fordern die Betreiber von Webseiten daher auf, alternative Systeme zu verwenden, um sicherzustellen, dass ein Mensch ihren Dienst nutzen will. In die Karten spielt ihnen dabei die Tatsache, dass CAPTCHAs für die immer besser gewordenen Bilderkennungs-Systeme der Spammer längst durchlässig geworden sind. Auch der W3C, der für die Entwicklung von Webstandards zuständig ist, empfiehlt längst andere Methoden - wie beispielsweise kleine Logik-Spiele, um Betrüger fernzuhalten.
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