Spielehistoriker: Piraterie ist die beste Möglichkeit, Games zu bewahren
"Piraterie ist derzeit die beste Möglichkeit, Videospiele zu bewahren." Mit dieser provokanten Aussage hat Frank Cifaldi, Gründer der Video Game History Foundation, die Diskussion um den Erhalt digitaler Spiele neu angefacht.
Der Spielehistoriker betont laut TechSpot, dass nicht die Abschaffung von Datenträgern selbst das größte Problem sei. Vielmehr hätten Publisher und Branchenverbände über Jahre hinweg verhindert, dass Archive, Museen und Bibliotheken legale Möglichkeiten erhalten, digitale Spiele langfristig zu sichern. Weil offizielle Alternativen fehlten, sei Piraterie für viele Bewahrungsprojekte faktisch zum einzigen funktionierenden Weg geworden, argumentiert Cifaldi.
Die Video Game History Foundation verweist darauf, dass die Mehrheit der heutigen Spiele ohnehin nur noch digital erscheint. Selbst bei Titeln auf Disc seien häufig zusätzliche Downloads erforderlich. Der Übergang zu rein digitalen Veröffentlichungen sei daher keine plötzliche Zäsur, sondern die Fortsetzung einer Entwicklung, die seit Jahren zu beobachten ist.
Scharfe Kritik richtet Cifaldi an die Entertainment Software Association (ESA), die die Interessen großer Spielehersteller vertritt. Der Verband habe wiederholt Vorstöße blockiert, die kulturellen Einrichtungen Ausnahmen im Urheberrecht für Archivierungszwecke ermöglicht hätten. So habe sich die ESA 2018 gegen Regelungen ausgesprochen, die Museen und Forschungseinrichtungen das Bewahren aufgegebener Online-Spiele erleichtert hätten. Auch Reformen im Umgang mit digitalen Kopierschutzsystemen seien laut der Stiftung mehrfach verhindert worden.
Zusätzliche Sorgen bereitet Archivaren die geplante Schließung der digitalen Stores für PlayStation 3 und PlayStation Vita. Diese sollen bis 2027 weltweit eingestellt werden. Da aktuelle Konsolen viele der älteren Titel nicht unterstützen, könnten tausende Spiele dann nicht mehr legal erhältlich sein. Nach Angaben von Archivierungsprojekten sind zudem große Teile dieser Bibliotheken bislang nicht vollständig gesichert. Für Cifaldi ist das ein weiteres Beispiel dafür, dass die Branche dringend tragfähige Lösungen für die langfristige Bewahrung digitaler Spiele schaffen müsse.
Siehe auch:
Branche verhindert Lösungen
Auslöser ist die jüngste Entscheidung Sonys, ab 2028 keine physischen PlayStation-Spiele mehr anzubieten. Nach Ansicht von Cifaldi zeigt dieser Schritt vor allem, wie abhängig die Branche inzwischen von digitalen Vertriebswegen geworden ist.Der Spielehistoriker betont laut TechSpot, dass nicht die Abschaffung von Datenträgern selbst das größte Problem sei. Vielmehr hätten Publisher und Branchenverbände über Jahre hinweg verhindert, dass Archive, Museen und Bibliotheken legale Möglichkeiten erhalten, digitale Spiele langfristig zu sichern. Weil offizielle Alternativen fehlten, sei Piraterie für viele Bewahrungsprojekte faktisch zum einzigen funktionierenden Weg geworden, argumentiert Cifaldi.
Die Video Game History Foundation verweist darauf, dass die Mehrheit der heutigen Spiele ohnehin nur noch digital erscheint. Selbst bei Titeln auf Disc seien häufig zusätzliche Downloads erforderlich. Der Übergang zu rein digitalen Veröffentlichungen sei daher keine plötzliche Zäsur, sondern die Fortsetzung einer Entwicklung, die seit Jahren zu beobachten ist.
Scharfe Kritik richtet Cifaldi an die Entertainment Software Association (ESA), die die Interessen großer Spielehersteller vertritt. Der Verband habe wiederholt Vorstöße blockiert, die kulturellen Einrichtungen Ausnahmen im Urheberrecht für Archivierungszwecke ermöglicht hätten. So habe sich die ESA 2018 gegen Regelungen ausgesprochen, die Museen und Forschungseinrichtungen das Bewahren aufgegebener Online-Spiele erleichtert hätten. Auch Reformen im Umgang mit digitalen Kopierschutzsystemen seien laut der Stiftung mehrfach verhindert worden.
Bald sind wieder tausende Games weg
Wie fragil digitale Besitzrechte sein können, zeigten zudem Entscheidungen von Plattformbetreibern. Kurz vor der Ankündigung zum Ende physischer PlayStation-Spiele entfernte Sony in Großbritannien mehr als 500 Filme und Serien aus dem PlayStation Store. Betroffene Nutzer konnten zahlreiche zuvor erworbene Inhalte anschließend nicht mehr herunterladen.Zusätzliche Sorgen bereitet Archivaren die geplante Schließung der digitalen Stores für PlayStation 3 und PlayStation Vita. Diese sollen bis 2027 weltweit eingestellt werden. Da aktuelle Konsolen viele der älteren Titel nicht unterstützen, könnten tausende Spiele dann nicht mehr legal erhältlich sein. Nach Angaben von Archivierungsprojekten sind zudem große Teile dieser Bibliotheken bislang nicht vollständig gesichert. Für Cifaldi ist das ein weiteres Beispiel dafür, dass die Branche dringend tragfähige Lösungen für die langfristige Bewahrung digitaler Spiele schaffen müsse.
Zusammenfassung
- Frank Cifaldi sieht in Piraterie die beste Form der Spielesicherung
- Sony beendet ab dem Jahr 2028 den Verkauf physischer PlayStation-Spiele
- Die Industrie verhinderte legale Archivierungsrechte für Institutionen
- Viele aktuelle Spiele erfordern selbst von Discs weitere Downloads nun
- Plattformbetreiber schränken Nutzerrechte bei digitalen Inhalten stark ein
Siehe auch:
Themen:
Videos zum Thema ESA
Interessante Links
Monokulares Teleskop im Preisvergleich
Neue Nachrichten
- UBTech U1: Neuer "ultra-bionischer" KI-Roboter kommt mit Silikonhaut
- Command & Conquer Generals dank Claude für iPhone und Mac portiert
- Sommer-Kracher: 14 Deals bei Media Markt & Saturn, die sich lohnen
- Spielehistoriker: Piraterie ist die beste Möglichkeit, Games zu bewahren
- Herkunft der in Australien an den Strand gespülten "Space Balls" geklärt
- Metal-Gear-Vater Hideo Kojima kritisiert Sonys Disc-Ende scharf
- Genialer O2-Tarif für 10€: 25 GB, Deezer gratis und monatlich kündbar
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen