Tablet aus Nordkorea gibt Einblick in Diktatur-Alltag
Auch in Nordkorea gibt es Tablets zu kaufen. Ein Tourist hatte die Gelegenheit ein entsprechendes Gerät zu erwerben und ermöglichte so einen Blick auf den Umgang der Diktatur mit neuen Medien.
Die Hardware ist dabei wenig spektakulär. Da Nordkorea nach allen vorliegenden Informationen über kein Werk verfügt, dass entsprechende Systeme oder gar die einzelnen Komponenten fertigen könnte, handelt es sich wohl um eines der zahlreichen No-Name-Geräte, die von chinesischen Firmen hergestellt werden, berichtet die NetworkWorld.
Bei dem Produkt namens Samjiyon handelt es sich um ein Tablet im 7-Zoll-Format, in dem ein Prozessor mit 1,2 Gigahertz Taktung, 8 beziehungsweise 16 Gigabyte Flash-Speicher und eine 2-Megapixel-Kamera verbaut sind. Umgerechnet rund 200 Dollar kostet das Tablet und ist damit für die breite Bevölkerung keinesfalls erschwinglich. Immerhin liegt der Monatsverdienst Schätzungen zufolge bei gerade einmal rund 100 Dollar.
Samjiyon-Tablet mit Angry Birds
Interessant ist allerdings ein Blick auf die Software. Diese spiegelt einerseits die starken Einschränkungen wieder, die Medien in dem Staat unterliegen, aber durchaus auch das Know-How, dass die nordkoreanische IT-Branche, die sich fast ausschließlich auf Software spezialisiert hat, sich zulegen konnte.
Als Betriebssystem dient eine modifizierte Version von Android 4.0.4, aus der sämtliche Google-Dienste entfernt wurden, die aber auf der Hardware sehr flüssig arbeiten soll. Statt dessen gibt es Zugriffsmöglichkeiten auf eine Suchmaschine und auch auf ein Videostreaming-Portal, die innerhalb des nordkoreanischen Netzes betrieben werden.
Über den Browser können im Grunde auch nur vier Webseiten besucht werden, die in den Bookmarks vorinstalliert sind und von staatlichen Medien betrieben werden. In dem Gerät ist zwar ein normales WLAN-Modul vorhanden, dieses ließ sich aber im Rahmen der Tests nicht dazu bewegen, anders lautende Konfigurationen zu akzeptieren.
Bereits enthalten sind auch verschiedene Anwendungen, die auf Nordkorea abgestimmt sind. So beispielsweise ein internationales Wörterbuch, eine App, die über die koraenische Geschichte informiert, ein Schachspiel sowie eine Sammlung von Büchern, aus denen Juche gelernt werden kann. Dabei handelt es sich um die nordkoreanische Staatsideologie, mit der Staatsgründer Kim Il-sung angeblich den Marxismus weiterentwickelte, doch mit diesem nur sehr wenig zu tun hat.
Zu finden sind auch verschiedene Lern-Apps für Musik, Mathematik und Informatik. Sogar einige Anwendungen aus dem Ausland sind auf dem Gerät installiert. Darunter befindet sich beispielsweise eine für Nordkorea angepasste Version des Rovio-Klassikers "Angry Birds", wobei unklar ist, ob für diese eine offizielle Lizenz vorliegt.
Bei dem Produkt namens Samjiyon handelt es sich um ein Tablet im 7-Zoll-Format, in dem ein Prozessor mit 1,2 Gigahertz Taktung, 8 beziehungsweise 16 Gigabyte Flash-Speicher und eine 2-Megapixel-Kamera verbaut sind. Umgerechnet rund 200 Dollar kostet das Tablet und ist damit für die breite Bevölkerung keinesfalls erschwinglich. Immerhin liegt der Monatsverdienst Schätzungen zufolge bei gerade einmal rund 100 Dollar.
Samjiyon-Tablet mit Angry Birds
Interessant ist allerdings ein Blick auf die Software. Diese spiegelt einerseits die starken Einschränkungen wieder, die Medien in dem Staat unterliegen, aber durchaus auch das Know-How, dass die nordkoreanische IT-Branche, die sich fast ausschließlich auf Software spezialisiert hat, sich zulegen konnte.
Als Betriebssystem dient eine modifizierte Version von Android 4.0.4, aus der sämtliche Google-Dienste entfernt wurden, die aber auf der Hardware sehr flüssig arbeiten soll. Statt dessen gibt es Zugriffsmöglichkeiten auf eine Suchmaschine und auch auf ein Videostreaming-Portal, die innerhalb des nordkoreanischen Netzes betrieben werden.
Über den Browser können im Grunde auch nur vier Webseiten besucht werden, die in den Bookmarks vorinstalliert sind und von staatlichen Medien betrieben werden. In dem Gerät ist zwar ein normales WLAN-Modul vorhanden, dieses ließ sich aber im Rahmen der Tests nicht dazu bewegen, anders lautende Konfigurationen zu akzeptieren.
Bereits enthalten sind auch verschiedene Anwendungen, die auf Nordkorea abgestimmt sind. So beispielsweise ein internationales Wörterbuch, eine App, die über die koraenische Geschichte informiert, ein Schachspiel sowie eine Sammlung von Büchern, aus denen Juche gelernt werden kann. Dabei handelt es sich um die nordkoreanische Staatsideologie, mit der Staatsgründer Kim Il-sung angeblich den Marxismus weiterentwickelte, doch mit diesem nur sehr wenig zu tun hat.
Zu finden sind auch verschiedene Lern-Apps für Musik, Mathematik und Informatik. Sogar einige Anwendungen aus dem Ausland sind auf dem Gerät installiert. Darunter befindet sich beispielsweise eine für Nordkorea angepasste Version des Rovio-Klassikers "Angry Birds", wobei unklar ist, ob für diese eine offizielle Lizenz vorliegt.
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Christian Kahle
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