Jugendliche sollen vorm Internet geschützt werden
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) will Jugendlichen mit einem neuen Online-Angebot die Aktivitäten abseits eines Rechners und eines Internet-Zugangs schmackhaft machen.
Man wolle "übermäßigem Internetsurfen oder exzessivem Gebrauch von PC-Spielen Aktivitäten außerhalb des Online-Bereichs" entgegensetzen, teilte die BZgA mit. Dabei geht man von der Annahme aus, dass pathologischer Computerspiel- und Internetgebrauch vor allem bei jungen Menschen verbreitet ist: Etwa 250.000 aller 14- bis 24- Jährigen in Deutschland würden demnach als internetabhängig, 1,4 Millionen als problematische Internetnutzer gelten.
Das neue Programm "Das andere Leben" richtet sich mit gesonderten Inhalten an 12 - bis 14-Jährige und an 15- bis 18-Jährige. Insgesamt ist es auf einen Zeitraum von vier Wochen angelegt. In dieser Zeit sollen Jugendliche die Möglichkeit erhalten, sich in einem persönlichen Chatgespräch mit speziell qualifizierten Beratern auszutauschen. Zentrales Element des Programms ist die Übung "Real Life Challenge: Verbessere deine Offline-Skills".
Teilnehmende Jugendliche sollen sich hierbei in der Liste "Offline-Skills" die Aktivitäten aussuchen, die sie offline ausführen wollen. Wenn sie die Aktivität ausgeführt und kurz beschrieben haben, wie es ihnen ergangen ist, sammeln sie Punkte und können dafür später eine Urkunde erhalten. Neben der "Real Life Challenge" bietet das Programm auch einen so genannten Medien-Checker - eine spezielle Form des Tagebuchs zur Dokumentation der eigenen Mediennutzung - und einen Medien-Planer, mit dem Jugendliche zusammen mit dem Support-Team ihre Online-Zeiten selbst festlegen können.
Allerdings krankt auch dieses Projekt wieder an verschiedenen Fehlschlüssen, die mit den heutigen Nutzungsgewohnheiten nur wenig zu tun haben. Das drückt sich in erster Linie darin aus, dass zwischen Online-Medien und dem "realen Leben" unterschieden wird. Dabei zeigen Untersuchungen, dass für die jüngere Generation hier gar kein Unterschied besteht - so werden die sozialen Kontakte und Freizeitaktivitäten alltäglich über Social Networks organisiert und die Kommunikation über Messenger ersetzt die stundenlangen Telefonate der vorhergehenden Generation.
Über die Nutzung des Internets wird außerdem in einer Art gesprochen, in der sich Jugendliche kaum wiederfinden können. Die Gestalter des Angebotes gehen offenbar davon aus, dass "online gehen" bedeutet, sich allein ins Zimmer zurückzuziehen, vor dem PC versunken alles andere aus den Augen zu verlieren. Eine Welt, in der Heranwachsende über ihr Smartphone ohnehin ununterbrochen mit dem Netz verbunden und in Kontakt mit ihren Freunden sind, faktisch alle Aktivitäten online koordiniert werden und man sich durchaus auch per App bei sportlichen Aktivitäten miteinander misst, kommt hier nicht vor.
"Dabei setzen wir auf Prävention, die Jugendliche in ihrer Lebenswelt anspricht", formulierte Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA, den Anspruch. Es ist allerdings fraglich, ob dies mit einer Plattform dieser Art gelingt.
Das neue Programm "Das andere Leben" richtet sich mit gesonderten Inhalten an 12 - bis 14-Jährige und an 15- bis 18-Jährige. Insgesamt ist es auf einen Zeitraum von vier Wochen angelegt. In dieser Zeit sollen Jugendliche die Möglichkeit erhalten, sich in einem persönlichen Chatgespräch mit speziell qualifizierten Beratern auszutauschen. Zentrales Element des Programms ist die Übung "Real Life Challenge: Verbessere deine Offline-Skills".
Teilnehmende Jugendliche sollen sich hierbei in der Liste "Offline-Skills" die Aktivitäten aussuchen, die sie offline ausführen wollen. Wenn sie die Aktivität ausgeführt und kurz beschrieben haben, wie es ihnen ergangen ist, sammeln sie Punkte und können dafür später eine Urkunde erhalten. Neben der "Real Life Challenge" bietet das Programm auch einen so genannten Medien-Checker - eine spezielle Form des Tagebuchs zur Dokumentation der eigenen Mediennutzung - und einen Medien-Planer, mit dem Jugendliche zusammen mit dem Support-Team ihre Online-Zeiten selbst festlegen können.
Allerdings krankt auch dieses Projekt wieder an verschiedenen Fehlschlüssen, die mit den heutigen Nutzungsgewohnheiten nur wenig zu tun haben. Das drückt sich in erster Linie darin aus, dass zwischen Online-Medien und dem "realen Leben" unterschieden wird. Dabei zeigen Untersuchungen, dass für die jüngere Generation hier gar kein Unterschied besteht - so werden die sozialen Kontakte und Freizeitaktivitäten alltäglich über Social Networks organisiert und die Kommunikation über Messenger ersetzt die stundenlangen Telefonate der vorhergehenden Generation.
Über die Nutzung des Internets wird außerdem in einer Art gesprochen, in der sich Jugendliche kaum wiederfinden können. Die Gestalter des Angebotes gehen offenbar davon aus, dass "online gehen" bedeutet, sich allein ins Zimmer zurückzuziehen, vor dem PC versunken alles andere aus den Augen zu verlieren. Eine Welt, in der Heranwachsende über ihr Smartphone ohnehin ununterbrochen mit dem Netz verbunden und in Kontakt mit ihren Freunden sind, faktisch alle Aktivitäten online koordiniert werden und man sich durchaus auch per App bei sportlichen Aktivitäten miteinander misst, kommt hier nicht vor.
"Dabei setzen wir auf Prävention, die Jugendliche in ihrer Lebenswelt anspricht", formulierte Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA, den Anspruch. Es ist allerdings fraglich, ob dies mit einer Plattform dieser Art gelingt.
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Christian Kahle
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