Ägypten: Netz-Community baut alternative Routen
Die ägyptische Regierung hatte die Anbindung des Landes an internationale Backbones Ende letzter Woche schlichtweg gekappt. So soll offenbar verhindert werden, dass die protestierenden Bürger sich über Online-Netzwerke koordinieren.
Inzwischen sind aber vielfältige Möglichkeiten gefunden worden, die Blockade zu umgehen. So werden beispielsweise von Wikileaks veröffentlichte US-Botschaftsdepeschen über Ägypten von ausländischen Aktivisten an zahlreiche Fax-Nummern im Land geschickt. Aber auch Amateurfunker bauen Verbindungen in das Land auf.
Da allerdings das Festnetz nicht abgeschaltet ist, gibt es auch die Möglichkeit per Modem online zu gehen. Verschiedene ausländische Internet-Provider, darunter das französische French Data Network (FDN), haben ihre meist schon länger stillgelegten Einwahlknoten wieder aktiviert.
Wie das Unternehmen mitteilte, können ägyptische Nutzer über die Telefonnummer +33 1 72 89 01 50 online gehen. Login-Name und Passwort lauten jeweils "toto". Ähnliche Möglichkeiten bieten auch verschiedene andere ISPs an.
Wie zu erwarten, hat die Abschaltung des Netzes auch die Netzaktivisten des Anonymous-Netzwerkes auf den Plan gerufen. Diese drohten der ägyptischen Regierung, DoS-Angriffe auf die offiziellen Online-Auftritte des Landes zu starten, wenn die Maßnahme nicht rückgängig gemacht wird.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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