AMD: Core-Count-Wars mit Intel bald vorbei

Prozessoren Donald Newell, Technikchef des Chipherstellers AMD, geht davon aus, dass die Zahl der Rechenkerne in einer CPU in absehbarer Zeit nicht mehr der wichtigste Punkt im Konkurrenzkampf mit Intel sein wird. Stattdessen werden andere Merkmale in den Vordergrund treten, erklärte er laut einem Bericht des US-Magazins 'InfoWorld'. "Ich will mich nicht auf ein Datum festlegen, aber ich gehe nicht davon aus, dass wie am Ende dieser Dekade 128 Cores auf einem Server-Die sehen werden", sagte Newell.

Technisch sei es durchaus möglich, so viele Kerne auf den Chip zu packen. Allerdings ließe sich der Energiebedarf eines solchen Chips kaum in dem Maße begrenzen, wie es die Kunden wünschen, erklärte Newell, der vor seiner Zeit bei AMD schon 16 Jahre für Intel arbeitete.

Einen ähnlichen Paradigmen-Wechsel hat es bei Prozessoren schon einmal zu Beginn der letzten Dekade gegeben. Damals lief das große Rennen um immer schnellere Taktraten. "Wir dachten, dass wir irgendwann 10-Gigahertz-Chips bauen", so der Manager.

"Dann haben wir aber bemerkt, dass sie dann so heiß werden, dass sie sich durch die Erde schmelzen, also haben wir entschieden, das sein zu lassen", fuhr er fort. Den künftigen Trend sieht er in der Entwicklung von heterogenen CPU-Designs.

Während heute im Grunde für alle Aufgaben mehr oder weniger die gleichen Modelle eingesetzt werden, werde es in Zukunft spezialisierte System-on-Chips geben. Diese werden jeweils passende Module zur Verschlüsselung, zum Video-Rendering oder zum Networking mitbringen.
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