Solar-Krankenwagen: Neuartiges Elektro-Fahrzeug besteht Testlauf

Ein niederländisches Studententeam hat in Kenia erfolgreich einen solarbetriebenen Krankenwagen getestet. Das Fahrzeug bringt medizinische Ausrüstung in abgelegene Gebiete und erzeugt den benötigten Strom für Ultraschall und Kühlung selbst.
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Solar Team Eindhoven

    Solar-Krankenwagen in Kenia getestet

    Ein 23-köpfiges Studententeam der Technischen Universität Eindhoven hat in Kenia erfolgreich einen solarbetriebenen Krankenwagen erprobt. Das Fahrzeug namens Stella Juva soll medizinische Versorgung in abgelegene Regionen bringen, in denen eine verlässliche Strominfrastruktur fehlt. Anstatt Patienten zum Krankenhaus zu transportieren, bringt das Konzept die ärztliche Ausrüstung direkt zu den Menschen.

    Stella Juva ist mit großflächigen Solarmodulen auf dem Dach ausgestattet, die den Elektromotor während der Fahrt mit Energie versorgen. Im Stand lassen sich zusätzliche Seitenpaneele ausklappen, um die Sonnenfläche zu vergrößern. Zur medizinischen Ausstattung an Bord gehören ein Röntgengerät, ein Ultraschallscanner und ein Automatisierter Externer Defibrillator. Hinzu kommen spezielle Kühlgeräte für die Lagerung von Impfstoffen.

    Während der Testphase legte das Fahrzeug eine Gesamtstrecke von mehr als 800 Kilometern zurück. Die Route führte die Ingenieure über unbefestigte Pisten in die Region Narok im Südwesten Kenias. Das Solarauto erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometer pro Stunde. Mit voller Batterie verfügt der Krankenwagen über eine Reichweite von rund 715 Kilometern.


    Autarke Energie für medizinisches Gerät

    Wie CNN berichtet, zeigte der Praxistest eine positive Energiebilanz. Sobald das Fahrzeug parkt und die Solarmodule vollständig ausgefahren sind, erzeugt das System mehr Strom, als die medizinischen Geräte bei gleichzeitigem Betrieb verbrauchen. Das ermöglicht eine völlig autarke Nutzung fernab jeglicher Stromnetze.

    Während der Testfahrten wurden allerdings keine Patienten behandelt. Nach Angaben der beteiligten Hilfsorganisation Amref Health Africa bietet die Ausrüstung jedoch Kapazitäten, um innerhalb von zwei Tagen etwa 200 Personen medizinisch zu versorgen. Für schwangere Frauen in entlegenen Dörfern ermöglicht das Fahrzeug den Zugang zu Ultraschalluntersuchungen.

    Hürden vor dem Serieneinsatz

    Ohne Probleme war der Test nicht: Während der Fahrt durch das Gelände brach eine Spurstange, die das Team vor Ort reparierte. Stella Juva ist vorerst ein Prototyp und kehrt nach Abschluss des mehrwöchigen Testlaufs für weitere technische Untersuchungen in die Niederlande zurück.

    Konkrete Pläne für eine Serienfertigung des Fahrzeugs bestehen zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Das von den Studenten entwickelte Konzept dient vielmehr als Machbarkeitsstudie für den Einsatz von emissionsfreien Solarfahrzeugen im afrikanischen Gesundheitssektor. Die gesammelten Ergebnisse sollen an interessierte Unternehmen aus der Automobilbranche weitergegeben werden.

    Glaubt ihr, dass solche Solarfahrzeuge die medizinische Versorgung langfristig verbessern können? Teilt eure Einschätzungen und Bedenken gerne in den Kommentaren mit uns!

    Zusammenfassung
    • Studierende der TU Eindhoven testeten ein Solar-Sanitätsfahrzeug in Kenia
    • Das Gefährt Stella Juva bringt medizinische Ausrüstung in entlegene Orte
    • Mit voller Batterie erreicht der Prototyp eine Reichweite von 715 Kilometern
    • Die integrierten Solarmodule erzeugen mehr Strom, als die Geräte verbrauchen
    • Das Konzept dient vorerst als Machbarkeitsstudie ohne Serienfertigung

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