Nutzer sind bereit für Online-Journalismus zu zahlen

Wirtschaft & Firmen Ein wachsender Teil der Internet-Nutzer ist bereit, für kulturelle Inhalte Geld auszugeben. Speziell für Qualitäts-Journalismus würden inzwischen 39 Prozent etwas bezahlen. Dies gilt allerdings nur, falls andere gute journalistische Berichte zu dem jeweiligen Thema nicht gratis verfügbar wären. Das geht aus einer Studie des BITKOM hervor, für die das Meinungsforschungsinstitut Aris 1.000 Deutsche repräsentativ befragt hat.

Für digitale Fachliteratur zur Nutzung auf dem PC oder Handy würden 22 Prozent der Internet-Nutzer grundsätzlich Geld ausgeben, bei Filmen sind es 19 Prozent. 18 Prozent sind auch bereit, Musik zum Hören auf dem PC oder Handy zu kaufen. Die Zahlungsbereitschaft für Unterhaltungsliteratur liegt hingegen nur bei 9 Prozent.

"Verlage und Portale stehen vor der Herausforderung, mit intelligenten Geschäftsmodellen eine Bezahl-Kultur auch für redaktionelle Inhalte aufzubauen", sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. In anderen Bereichen - von Klingeltönen bis hin zu wissenschaftlichen Datenbanken - sei es gang und gäbe, im Internet Geld zu bezahlen.

"Es sollte den Verlagen gelingen, mit dem Verkauf einzelner Artikel, Online-Abos und Flatrates ein zweites finanzielles Standbein für Qualitätsjournalismus im Internet zu schaffen", so Scheer. Von staatlichen Abgaben zur Finanzierung der Internet-Angebote halten die Deutschen in der Mehrheit wenig. Die aktuell diskutierte Kultur-Flatrate erhält in der Gesamtbevölkerung 19 Prozent Zustimmung, unter Internet-Nutzern 26 Prozent. Die Befürworter würden zumeist lediglich ein bis zehn Euro zahlen.
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