Botnetze haben mehr Leistung als Supercomputer

Viren & Trojaner Der Antivirenhersteller Trend Micro hat einen Bericht veröffentlicht, in dem geklärt werden soll, wie schlimm es wirklich um unsere Computer steht. Offenbar bleiben die meisten Rechner über einen langen Zeitraum hinweg infiziert. Rund 100 Millionen verdächtige IP-Adressen hat Trend Micro untersucht. Die Hälfte davon war seit mindestens 300 Tagen mit einem Schädling infiziert. 80 Prozent aller Rechner sind mindestens einen Monat befallen gewesen - der Spitzenwert betrug zwei Jahre.

Zu den häufigsten Schädlingen gehören Koobface, Ilomo und Zeus / Zbot. Der letzte Kandidat wird von vielen Virenscannern nicht erkannt, da er Rootkit-Techniken verwendet, um sich zu verstecken. Er ist der derzeit effektivste Trojaner, der sich auf das Ausspähen von Online-Banking-Daten spezialisert hat.

So kann er beispielsweise eine echte Internetseite einer Bank vortäuschen, indem er HTML-Code in den Browser schleust. Die vom Nutzer eingegebenen PINs und TANs verschickt er in Echtzeit über einen integrierten Instant Messenger.

Laut dem Botnetz-Spezialisten Damballa hat Zeus allein in den USA rund 3,6 Millionen PCs befallen. Durch aktuelle Beobachtungen hat man herausgefunden, dass die Betreiber der Botnetze mehr Rechner steuern als man bislang angenommen hat. Sie haben damit mehr Rechenleistung zur Verfügung, als alle Supercomputer der Welt zusammen.
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