Twitter verschiebt Wartung wegen Protesten im Iran

Social Media Der Betreiber des Mikro-Blogging-Dienstes Twitter hat unter Berücksichtigung der Protestbewegung im Iran wichtige Wartungsarbeiten verschoben, die ein Herunterfahren der Server erfordern. Gemeinsam mit dem Webhoster NTT America, auf dessen Systemen das Angebot vorgehalten wird, habe man sich auf einen neuen Termin geeinigt. Ursprünglich sollte die Wartung bereits gestern erfolgen. Nun ist die vorübergehende Abschaltung für heute zwischen 14 und 15 Uhr US-Westküstenzeit angesetzt. in der iranischen Hauptstadt Teheran beginnt die Auszeit damit um 1:30 nachts.

Twitter hat sich in den letzten Tagen zu einer der wichtigsten Kommunikationsplattformen für die Protestbewegung gegen den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad entwickelt. Anlässlich von dessen Wiederwahl ist es zu Demonstrationen gekommen, an denen sich bis zu hunderttausende Beteiligt haben sollen. Der Regierung wird Wahlbetrug vorgeworfen.

Da die nationalen Medien fest in der Hand der Regierung sind, wichen die Oppositionellen auf alternative Kommunikationswege um. Zwar greift hier teilweise die staatliche Zensur in Form von Netzsperren, allerdings nutzen viele Nutzer inzwischen Proxies, um einen freien Zugang zu erhalten.

Der Verantwortung, die man dadurch hat, sei man sich bewusst, hieß es nun von Seiten Twitters. "Unsere Partner nehmen ein großes Risiko auf sich, nicht nur für Twitter, sondern auch für andere Dienste, die sie weltweit hosten. Wir sind ihnen dankbar, dass sie in solch einer an sich wenig flexiblen Situation doch flexibel bleiben", erklärten die Betreiber mit Sicht auf ihren Hoster.
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