Thailand lässt nach Selbstmord Spiele-Sites schließen

Internet & Webdienste Ein thailändisches Gericht hat die Schließung von 72 Websites angeordnet, die ihren Nutzern Zugang zu Online-Spielen und Glückspielen bieten. Der Beschluss ist die Folge des Selbstmords eines 12-Jährigen, dem sein Vater die Nutzung von Computerspielen verboten hatte. Der Junge war aus dem sechsten Stockwerk eines Schulgebäudes in den Tod gesprungen. Die Websites wurden nun geschlossen, weil sie ihre Nutzer angeblich zu Online-Glücksspielen verleiten oder von Computerspielen abhängig machen können. Es ist der erste Fall, in dem ein Gericht die Schließung von Unterhaltungswebsites in Thailand anordnet.

Die Schließung der Websites wird auch über die Internet-Provider des Landes durchgesetzt, die aufgeordert werden, den Zugang zu sperren. Ab sofort drohen den Zugangsanbietern und den Websitebetreibern selbst Geld- und sogar Haftstrafen, wenn sie Glückspiele bewerben. Die Provider können ihre Lizenz verlieren, berichtet die Zeitung 'Bangkok Post'.

Der Selbstmord des Sechstklässlers ist für einige Experten des Landes ein Beleg dafür, dass Kinder, die von Spielen abhängig geworden sind, oft eine aggressive Mentalität aufweisen und stärker selbstmordgefährdet sind. Sie empfehlen den Eltern aber auch, sich ausführlich mit den Kindern über das Problem auszutauschen und dadurch mit Hilfe "positiver Kommunikation" eine Abkehr von den Spielen bewirken.
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