Moonlight: GPU-Unterstützung schützt vor Klagen

Multimedia Die freie Silverlight-Implementierung Moonlight für Linux-Systeme wird zukünftig einige Aufgaben direkt von Nvidia-Grafikchips erledigen lassen, sofern diese im Rechner vorhanden sind. Dabei geht es vor allem um die Verarbeitung von Videos im H.264- und VC1-Format. Die GPU kann diese Aufgabe deutlich performanter erledigen als ein Software-Algorithmus. Voraussetzung ist, dass der Chip die Video Decode and Presentation API for Unix (VDPAU) unterstützt, was bei einer Reihe von Nvidia-Produkten der Fall ist.

Die Entwickler sehen in der Verlagerung der Video-Verarbeitung auf die GPU allerdings noch einen anderen signifikanten Vorteil, so der 'Register': Sie können so perspektivisch patent- und lizenzrechtliche Probleme umgehen. Immerhin sind die beiden Codecs proprietär und somit bestimmten Beschränkungen bei der Verteilung unterworfen.

Microsoft hat zwar die Codecs von Silverlight für Moonlight freigegeben, allerdings gilt dies nur im Rahmen der Partnerschaft mit Novell, unter deren Dach die Entwicklung erfolgt. So kann das Browser-Plugin zwar auf der Novell-Webseite zum Download angeboten, nicht aber beliebig mit Linux-Distributionen verteilt werden.

Die Rechte an H.264 und VC1 werden von der Firma MPEG LA verwaltet. Wer die beiden Codecs in Verbindung mit seinen Produkten ausliefern will, muss Lizenzgebühren an das Unternehmen zahlen. Insbesondere eine unkontrollierte Verteilung als Bestandteil von freien Linux-Distributionen ist so rechtlich nicht möglich.
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