Kleines Dorf vergräbt seine eigenen DSL-Leitungen

Breitband In Waldstetten, einem 600-Einwohner-Dorf im Neckar-Odenwald-Kreis, laufen derzeit Bauarbeiten. Nichts Ungewöhnliches möchte man meinen, doch hier legen die Bürger noch selbst Hand an. Sie verlegen nämlich in Eigenregie DSL-Leitungen. Zusammen mit einem örtlichen Bauunternehmer gräbt die Dorfgemeinschaft einen 2,2 Kilometer langen Graben, in dem Leerrohre verlegt werden. Später wird eine Spezialfirma das Glasfaserkabel einschießen, über das die Dorfbewohner dann einen schnellen Internetanschluss erhalten.

Laut dem Ortsvorsteher Helmut Hartmann lag ein Kostenvoranschlag der Telekom vor, der sich auf rund 200.000 Euro belief. Da die Gemeinde Höpfingen, zu der Waldstetten gehört, die Kosten nicht übernehmen wollte und es den Einwohnern zu teuer war, erklärten sie sich bereit, die Grabarbeiten selbst zu übernehmen. 90.000 Euro können dadurch eingespart werden.

An den Arbeiten haben sich bislang rund 50 Leute im Alter von 12 bis 78 Jahren beteiligt. "Man kann die Bevölkerung gut motivieren, wenn man ein Ziel vor Augen hat", sagt Hartmann. Schließen 115 Haushalte einen Zwei-Jahres-Vertrag bei der Telekom ab, fallen für den DSL-Anschluss keine Kosten an. Die Telekom würde die Restkosten in Höhe von 110.000 Euro übernehmen.
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