EU: Nächster Angriff auf zu hohe Mobilfunkpreise

Telefonie Nachdem sich Viviane Reding, EU-Kommissarin für Telekommunikation, bereits die hohen Gebühren für internationales Mobilfunk-Roaming vorgenommen hat, sind nun Inlandsgespräche an der Reihe. Handy-Telefonate in andere Netze sollen demnach deutlich billiger werden. Im Visier hat Reding die Terminierungsentgelte, also jene Gebühren, die ein Mobilfunkbetreiber dem Konkurrenten für die Durchleitung des Gespräches zur Zielperson in Rechnung stellen darf. Diese liegen im europäischen Durchschnitt bei fast 10 Cent pro Minute und sollen perspektivisch auf 1 bis 1,5 Cent sinken. Das geht aus einem Richtlinienentwurf hervor, der der Wirtschaftszeitung 'Financial Times Deutschland' vorliegt.

In diesem wird davon ausgegangen, dass eine Reihe von allgemeinen Kosten hinzugezogen wird, um die hohen Gebühren zu rechtfertigen. Zukünftig sollen nur noch die tatsächlich bei der Durchleitung der Gespräche anfallenden Kosten berechnet werden dürfen. Die nationalen Regulierer sollen sich dabei außerdem am effizientesten Netzbetreiber orientieren.

In dem Papier sind dem Vernehmen nach keine konkreten Zahlen enthalten. Statt dessen will die EU-Kommission genaue Berechnungsmethoden festlegen, nach denen die Terminierungsentgelte bestimmt werden.

Voraussichtlich wird das Dokument Redings bereits im September verabschiedet. Wie die Zeitung ausführte, habe es im Gegensatz zur Roaming-Richtlinie keinen bindenden Charakter. Allerdings würden solche Empfehlungen von der Industrie in der Regel umgesetzt.
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