Yahoo will sich für mehr Geld übernehmen lassen
Am Wochenende hatte der Software-Konzern eine Frist von drei Wochen gesetzt, in der Yahoo das Übernahmeangebot annehmen kann (wir berichteten). Anderenfalls strebt man eine feindliche Übernahme an, indem man das Angebot direkt an die Anteilseigner richtet. In der offiziellen Antwort heißt es, dass das Angebot zu niedrig ist, jetzt sogar noch viel mehr als noch im Februar.
Die von Microsoft gebotenen 45 Milliarden US-Dollar bewerten den Portalbetreiber Yahoo zu niedrig, da dieser in den letzten zwei Monaten diverse Anstrengungen unternommen hat, um den Wert des Unternehmens zu steigern. Dazu gehört die Vorstellung eines über drei Jahre laufenden Strategie- und Finanzplans, die Einführung neuer Dienste sowie die heutige Ankündigung der Werbeplattform AMP (wir berichteten).
Der Yahoo-Verwaltungsrat ist weiterhin der Meinung, dass die Offerte nicht im besten Interesse des Unternehmens und der Aktionäre ist. Zudem sei man verwundert, dass Microsoft angedroht hat, dass Angebot zu senken, obwohl man bereits die erste Summe als zu niedrig ausgeschlagen hat. Zudem bedauert Yahoo-Chef Jerry Yang, dass der Brief von Steve Ballmer die bisherigen Gespräche zwischen den Unternehmen nicht richtig wiedergibt.
Microsoft will durch die Übernahme von Yahoo endlich gegen den Konkurrenten Google ankommen. Vor allem im sehr lukrativen Werbemarkt will man ein Gegengewicht zum Suchmaschinenbetreiber schaffen. Wie das zukünftige Unternehmen aussehen wird und was sich für die Kunden ändern wird, steht noch nicht zu 100 Prozent fest. Dienste, die doppelt vorhanden sind, werden vorerst parallel weiterlaufen. Nach und nach soll dann der weniger erfolgreichere von beiden abgeschaltet werden.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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