Musik-Flatrate für alle? US-Behörden wittern Monopol

Internet & Webdienste Die großen Plattenfirmen dieser Welt sind mit ihren Plänen, einen gemeinsamen Musik-Abonnement-Dienst zu starten, ins Fadenkreuz der Wettbewerbshüter des US-Justizministeriums geraten. Die Behörde hat Ermittlungen eingeleitet, um herauszufinden, ob möglicherweise ein Kartell entsteht. Zunächst hat das US-Justizministerium die Major-Labels Sony BMG Music Entertainment und Universal Music Group aufgefordert, Informationen zu dem geplanten Dienst namens "Total Music" herauszugeben. Mit dem Dienst wollen die Musikfirmen ein Konkurrenzangebot zu Angeboten wie Apples iTunes schaffen.

Das Besondere an Total Music soll eine Art Musik-Flatrate sein, die laut Medienberichten rund 5 US-Dollar monatlich kosten soll. Die Kunden könnten dann die Musik von Künstlern aller vier großen Plattenfirmen beziehen. Ob auch die anderen Musikriesen Warner und EMI von den Wettbewerbsbehörden kontaktiert wurden, ist noch unklar.

Die Ermittlungen des US-Justizministeriums sind in sofern ungewöhnlich, als dass Total Music bisher nur in den Köpfen der Manager der Major-Labels existiert. Bisher ist der Dienst noch nicht gestartet, befindet sich aber seit spätestens Oktober letzten Jahres in der Planung.

Laut eines Berichts des US-Magazins BusinessWeek stammt die Idee für die "ultimative Musik-Flatrate" vom Chef der Plattenfirma Universal. Nachdem er sich zunächst die Unterstützung der anderen Musikgiganten gesichert hatte, soll er auch Microsoft, Google, MySpace und Facebook kontaktiert haben, um die Chancen seines Plans auszuloten.

Die Pläne für Total Music sehen vor, mit Unterstützung von Hardwareherstellern, Netzbetreibern und Internetfirmen ein System aufzuziehen, das den Kunden den "freien" Konsum von Musik auf diversen Endgeräten zu einem monatlichen Pauschalpreis ermöglicht. Gerade die Beteiligung zahlreicher Unternehmen an dem Projekt führt nun offenbar zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken der US-Behörden.
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