Musikkonzerne verklagen Suchmaschinenbetreiber

Internet & Webdienste Die Musikkonzerne gehen derzeit verstärkt gegen Suchmaschinenbetreiber vor, weil diese angeblich den illegalen Bezug urheberrechtlich geschützter Werke begünstigen. Nun haben die Plattenfirmen Universal, Sony BMG und Warner Klage gegen die chinesische Suchmaschine Baidu angestrengt. Baidu soll gegen das Urheberrecht verstoßen, weil Links zu Musikstücken von Künstlern der drei klagenden Labels in den Index aufgenommen wurden. Mit ihrer Klagen soll nun die Entfernung der beanstandeten Links erzwungen werden. Auch der Baidu-Konkurrent Sohu wurde von den Musikfirmen vor Gericht gezerrt.

Sohu betreibt ebenfalls eine chinesische Suchmaschine und soll sich wegen ähnlicher Vorwürfe verantworten. Auch Yahoos chinesischer Ableger bekommt neuen Ärger mit der Musikindustrie, weil das Unternehmen sich nicht an eine Gerichtsentscheidung vom Dezember hält, die feststellte, dass man durch die Verlinkung von Musikstücken gegen gültige Gesetze verstoßen hatte.

Ein Vertreter des Internationalen Verbands der Phonografischen Industrie (IFPI) sagte laut Agenturberichten, dass man zwar eine Partnerschaft mit den Technologiefirmen in China anstrebe, diese aber nicht realisiert werden könne, wenn die Unternehmen weiterhin durch das Verlinken von illegal kopierten Werken Werbeumsätze einstreichen.

Mit ihrem Vorgehen wollen die in der IFPI organisierten Musikkonzerne offenbar dafür sorgen, dass die Chinesen mehr legale Musik erwirbt. Bisher sollen fast 100 Prozent aller in China verbreiteten digitalen Musikstücke aus illegalen Quellen stammen.
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