Microsoft will Protokolle für Konkurrenzfirmen öffnen

Microsoft Im Jahr 2004 wurde Microsoft von der Europäischen Union eine Geldstrafe in Höhe von mehr als 470 Millionen Euro auferlegt, weil die Wettbewerbshüter des Staatenbundes der Auffassung waren, dass das Unternehmen seine Konkurrenten durch unfaire Geschäftspraktiken benachteilige. Derzeit läuft ein Widerspruchsverfahren, das von dem Software-Konzern angestrengt wurde. Bis zum September will der zuständige Richter nach eigenem Bekunden eine Entscheidung fällen. Um ihm seine Aufgabe zu erleichtern, hat Microsoft nun bekannt gegeben, dass man eine Reihe von Server-Protokollen für andere Unternehmen offenlegen will.

Mit diesem Schritt will man offenbar auch den Beschwerden der Konkurrenz entgegenwirken, die bei der EU-Kommission eingereicht wurden und vor allem das neue Betriebssystem Windows Vista gerichtet sind. Zu den Beschwerdeführern gehören unter anderem Adobe, IBM, Sun und der Linux-Distributeur Red Hat.

Bei den Protokollen, deren Dokumentation die Redmonder für Konkurrezfirmen zugänglich machen wollen, gehören unter anderem Instant Messaging-, E-Mail- und Kollaborationstechnologien. Weitere Protokolle will man je nach "Bedarf" offenlegen. Microsoft selbst sieht die Bereitstellung der Informationen offiziell als Teil des Umgangs mit Wünschen von seinen Kunden.

Zwei Protokolle können ab sofort lizenziert werden, die Basis des Live Communications Server soll im April zugänglich gemacht werden, so das Unternehmen. Im Fall von Windows Vista hat Microsoft bereits eine abgespeckte Version ohne den Media Player angekündigt, die wie bei XP bereits üblich den Zusatz "N" im Namen trägt, aber noch nicht im Handel verfügbar ist.
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