CeBIT: WLAN-Festplatte mit Akku erreicht Marktreife
Wurde die WLAN-Festplatte 2005 noch als früher Prototyp vorgestellt, steht nun die Markteinführung kurz bevor, so dass man bereits voll ausgestattete Demo-Geräte vorweisen konnte. Im Gegensatz zum Prototypen besitzen die Vorserienmodelle keinen Ultra Wideband (UWB) Schnittstelle mehr, da sich die Industrie bisher nicht auf einen gemeinsamen UWB-Standard einigen konnte.

Inzwischen haben die Erfinder des Geräts, die am Data Storage Institute (DSI) in Singapur arbeiten, die Vermarktung in die Hände eines extra dafür gegründeten Unternehmens namens EDS Lab gegeben. Auf diese Weise soll das sogenannte "Wi-Drive", das zuvor noch die Bezeichnung "Numida" trug, für die Markteinführung in einigen Monaten vorbereitet werden.
Im Gegensatz zur Numida weist das Wi-Drive zahlreiche Verbesserungen auf. So wurde in Sachen Sicherheit nachgebessert, wodurch das Gerät nun eine WEP-Verschlüsselung besitzt, so dass die gespeicherten Daten nicht nur durch ein Passwort geschützt werden. Mit Hilfe von WebDAV können nun zudem auch Besitzer von Nicht-Windows Geräten eine Verbindung zum Wi-Drive aufbauen. Damit lässt sich es sich nun also auch mit PocketPC, PDA, Apple Notebooks und eigentlich auch allen anderen Geräten mit WLAN-Schnittstelle verbinden.

Die Verbindung erfolgt dann wahlweise über ein Ad-Hoc- oder Infrastruktur-Netzwerk, was der Nutzer über einen Schalter am Gehäuse auswählen kann. In der Regel wird derzeit eine Übertragungsgeschwindigkeit von rund 20 MBit/s erreicht. Während einer kurzen Vorführung am Stand von EDS wurden Transferraten von 2-4 Megabyte pro Sekunde erreicht, was man auf die Interferenzen der rund 80 anderen WLAN-Netzwerke in der Messehalle zurückführte.
Da das Gerät vor allem für den Einsatz unterwegs gedacht ist, war vor allem interessant, wie lange der Akku das Wi-Drive mit Strom versorgen kann. Die Vorserienmodelle erreichen nach Angaben des Standpersonals derzeit Laufzeiten von bis zu drei Stunden im Dauerbetrieb und 6-8 Stunden beim sogenannten "Random Access". Der eingebaute Akku kann über den USB-Port des Computers oder ein mitgeliefertes Netzeil, das ebenfalls über einen USB-Stecker verfügt, aufgeladen werden.
Das Wi-Drive wird zur Markteinführung nur ohne eine eingebaute Festplatte ausgeliefert. Man hofft jedoch, dass auch einige OEM-Hersteller Interesse zeigen und die Geräte in fertigen Paketen anbieten werden. Der Preis ohne Festplatte liegt, je nachdem, ob 1,8" oder 2,5" Modell, zwischen 80 und 95 Euro.

EDS Lab will die Geräte, die wahrscheinlich in mehreren Farben angeboten werden, zunächst in Europa auf den Markt bringen und hat dafür nach eigenen Angaben auch bereits einen Distributor gefunden. Die Markteinführung soll innerhalb der nächsten 2-3 Monate erfolgen, nachdem man die Einrichtung der Produktionslinien beim Vertragsproduzenten abgeschlossen und die Herstellung aufgenommen hat.
Weitere Informationen: EDSLab.com (englisch)
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