US-Regierung überlegt Chaträume zu überwachen

Internet & Webdienste Das amerikanische Online Magazin Wired.com berichtet, daß die US-Regierung eine jahrelange Studie zur möglichen Überwachung von Chaträumen im Rahmen eines Antiterrorprogramms plant. Ein Professor für Computerwissenschaften am Rensselaer Polytechnic Institute (RPI) soll mathematische Modelle entwickeln, die Struktur in das Durcheinander öffentlicher Chaträume bringen sollen.

Chats sind die sehr populären Online-Orte an denen unter Verwendung selbst erdachter Spitznamen über Gott und die Welt geplaudert wird. Es gibt allerdings auch Chaträume in denen Hacker angeblich Softwaretools, gestohlene Passwörter oder auch Kreditkartennummern austauschen. Im letzten Jahr haben schätzungsweise 28 Millionen Amerikaner Internetchats besucht.

Der Versuch den Verkehr in all den Chatkanälen zu überwachen, dürfte ziemlich aussichtslos sein. Daher versucht Prof. Bulent Yener vom RPI mit seinen mathematischen Modellen Muster im Verhalten der Chatter zu finden. Indem er Daten ausgewählter Chats auswertet, unter anderem wann die Nachrichten versandt wurden, will er statistische Profile des Traffics erstellen. Wenn also zwei Chatter in einem betriebsamen Raum im Sekundentakt Nachrichten senden, würde er daraus schliessen, daß zwischen den Beiden eine Konversation stattfindet. Man will also ohne den Inhalt der Nachrichten zu kennen feststellen wer sich mit wem unterhält. Zusätzlich will der Professor Nachrichten nach bestimmten Schlüsselwörtern scannen lassen um den Inhalt der Konversationen festzustellen.

Unter Experten ist der Nutzen dieser Überwachungsversuche umstritten. Einige von ihnen wollen von Terroristen gehört haben, die unter Verwendung von Umschreibungen über Chaträume mit einander in Verbindung treten. Andere Wissenschaftler bezweifeln den Nutzen von Chats für Terroristen, da man ja auch auf andere Weise online kommunizieren kann ohne zu riskieren "abgehört" zu werden.

Unterdessen werden Bedenken laut, da die Möglichkeit riesige Datenmengen zu sammeln und zu analysieren ein Datenschutzproblem darstellen dürfte.

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