Studie: Artemis-II-Start verursacht Störung in der oberen Atmosphäre

Die historische Artemis-II-Mission der NASA hat im April 2026 nicht nur Astronauten um den Mond fliegen lassen, sondern auch gewaltige Löcher in die obere Erdatmosphäre gerissen. Forscher warnen nun, dass solche Ereignisse GPS-Signale stören können.
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  • Der Start der Mondmission Artemis II hinterließ Spuren in der Atmosphäre
  • In der Ionosphäre entstanden vorübergehend Löcher mit geringer Elektronendichte
  • Rechnerisch führten die Störungen zu lokalen GPS-Abweichungen von einigen Metern
  • Hochpräzise Systeme wie autonome Fahrzeuge oder Drohnen könnten gestört werden
  • Die Zündung der Oberstufe erzeugte eine 5000 Kilometer lange Spur über Amerika
  • Künftig könnten häufigere Starts zu Mond und Mars größere Risiken mit sich bringen

Massive Störung in der Atmosphäre

Als die NASA im April mit der Artemis-II-Mission erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen auf eine Reise um den Mond schickte, hinterließ die Rakete deutlich Spuren in der Erdatmosphäre.

Laut einer aktuellen Studie riss der Start vorübergehend große Löcher in die Ionosphäre. Diese elektrisch geladene Schicht beginnt in etwa 50 Kilometern Höhe und ist für die Satellitennavigation entscheidend. Die Veränderungen der Elektronendichte entsprachen rechnerisch lokalen GPS-Abweichungen von mehreren Metern.


Für Smartphone-Nutzer sind solche Ungenauigkeiten kaum spürbar. Technik, die hochpräzise Positionsdaten benötigt, kann jedoch beeinträchtigt werden. Laut den Forschern reichen wenige Meter Abweichung aus, um ein autonom fahrendes Auto unbeabsichtigt die Spur wechseln zu lassen oder die Navigation von Drohnen auf Langstreckenflügen zu stören.

Wie Space.com berichtet, wertete ein Team der National Cheng Kung University in Taiwan Daten stationärer GPS-Empfängernetze in den USA aus. Die Messstationen erfassen normalerweise kleinste tektonische Verschiebungen. Die Signale der Navigationssatelliten durchqueren aus mehr als 20.000 Kilometern Höhe die Ionosphäre. Anhand ihrer Laufzeitverzögerungen rekonstruierte das Team die Störungen. Demnach verringerten Abgase und Schockwellen der Rakete die Konzentration freier Elektronen erheblich.

Größerer Effekt als bei Starship

Bei der neuntägigen Mission, auf der Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen den Mond umrundeten, entstanden drei separate atmosphärische Störungen. Den größten Effekt verursachte nicht der Start: Mehr als eine Stunde nach dem Abheben zündete die Rakete in rund 185 Kilometern Höhe ihre Oberstufe, um die Orion-Kapsel auf Kurs zum Mond zu bringen.

Das Manöver hinterließ eine 5000 Kilometer lange Spur veränderter Elektronendichte quer über Nordamerika. Trotz des deutlich geringeren Schubs war die Störung der Ionosphäre weitaus größer als beim Start der Hauptstufe. Die gemessenen Auswirkungen übertrafen die aller bisherigen Raketenstarts. Sie waren bis zu zehnmal so intensiv wie bei Testflügen des deutlich stärkeren Starship von SpaceX.

Zunehmende Starts als Risiko

Die Forscher berichteten nicht von einem großflächigen GPS-Ausfall durch die Artemis-Mission. Zudem dauern die Störungen durch Raketenstarts nur kurz an. Die Studienautoren warnen jedoch, dass solche Weltraumwetter-Effekte künftig an Bedeutung gewinnen könnten. Das gelte laut Lin insbesondere dann, wenn deutlich mehr Missionen zum Mond und zum Mars aufbrechen.

Wie stark autonome Fahrzeuge betroffen wären, hängt laut Lin von ihren Algorithmen ab. Zudem können sie Lidar und Kameras nutzen. GPS-abhängige Technik könne jedoch beeinträchtigt werden, wenn die Störungen nicht korrekt herausgerechnet würden. Bei kommenden interplanetaren Flügen wollen die Forscher weitere Daten sammeln, um das Phänomen besser zu verstehen.

Macht ihr euch Sorgen um die Zuverlässigkeit von GPS bei autonomen Autos, wenn Raketenstarts häufiger werden? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

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Nadine Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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