Neue OpenAI-KI findet 948 Sicherheitslücken im Linux-Kernel

OpenAI hat mit einem neuen KI-Modell für IT-Sicherheit 948 bislang unbekannte Sicherheitslücken im Linux-Kernel aufgespürt. Die Schwachstellen könnten Angreifern mit lokalem Zugriff ermöglichen, die vollständige Kontrolle über ein System zu erlangen.
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  • OpenAI untersuchte den Linux-Kernel automatisiert mit diversen KI-Agenten
  • Das Team analysierte dafür rund sieben Prozent des gesamten Quellcodes
  • Eine mehrstufige Pipeline identifizierte über fünftausend Zielbereiche
  • Die Systeme entwickelten hunderte Exploits zur lokalen Rechteausweitung
  • Insgesamt blieben 948 eigenständige und riskante Sicherheitslücken übrig
  • Etliche Schwachstellen wurden von den Linux-Entwicklern bereits behoben

Mehrere Agents im Einsatz

Für die Untersuchung setzte das Unternehmen auf eine automatisierte Abfolge spezialisierter KI-Agenten, die innerhalb weniger Tage Tausende potenzielle Fehler analysierten und zahlreiche funktionierende Exploits entwickelten, teilte OpenAI mit.

Der Linux-Kernel bildet die Grundlage zahlreicher Systeme, darunter Android-Geräte, Cloud-Infrastrukturen und Supercomputer. Obwohl der Quellcode mehr als 40 Millionen Zeilen umfasst, konzentrierte sich das Team auf rund 2,8 Millionen Zeilen und damit etwa sieben Prozent des Gesamtbestands.


Statt einen einzelnen KI-Agenten nach Sicherheitslücken suchen zu lassen, entwickelte man eine mehrstufige Pipeline. Zunächst identifizierten sogenannte Scout-Agenten erreichbare Codebereiche, die auch unprivilegierte Nutzer ansprechen können. Daraus gingen 5034 Untersuchungsziele hervor. Analyst-Agenten fanden innerhalb von zwölf Stunden 2308 mögliche Schwachstellen. Anschließend überprüften Triage-Agenten diese in isolierten virtuellen Maschinen. Nach weiteren 30 Stunden waren 1724 Fehler erfolgreich reproduziert.

Die KI-Systeme erzeugten zudem 291 Proof-of-Concepts für Informationslecks sowie 1169 funktionierende Exploits zur lokalen Rechteausweitung. Nach dem Abgleich überschneidender Ergebnisse blieben 948 eigenständige Sicherheitslücken übrig, die tatsächlich ein gewisses Risiko bergen. Laut OpenAI funktionierten die Exploits auch unter einer üblichen Linux-Desktop-Konfiguration mit aktivierten Schutzmechanismen wie KASLR, SMEP und SMAP. Mindestens zehn zuvor unbekannte Angriffstechniken seien dabei zum Einsatz gekommen.

Erste Bugs bereits behoben

OpenAI hat bereits Hunderte Fehlerberichte und vorgeschlagene Korrekturen an die Linux-Entwickler übermittelt. Während des zehntägigen Forschungsprojekts wurden 61 Schwachstellen zur Rechteausweitung bereits behoben, für 43 existieren vorläufige Patches. Weitere 299 Fälle werden öffentlich diskutiert.

Auch Microsoft könnte von der neuen Technologie profitieren: Da der Konzern Zugriff auf OpenAIs aktuelle Modelle hat, ist denkbar, dass diese bereits zur Untersuchung des Windows-Quellcodes eingesetzt werden. Ob kommende Sicherheitsupdates tatsächlich entsprechende KI-Funde enthalten, ist allerdings nicht bekannt.

Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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