*sshole: Bug erlaubt Anmeldung auf Linux-Systemen ohne Passwort
Eine jetzt entdeckte, aber schon seit zehn Jahren bestehende Sicherheitslücke ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen die Anmeldung an Linux-Systemen ohne Passwort. Das kann es Angreifern entsprechend einfach machen, ein System oder Netzwerk zu übernehmen.
Die Schwachstelle entsteht durch das Zusammenspiel von OpenSSH, das verschlüsselte SSH-Verbindungen ermöglicht, und musl, einer schlanken Alternative zur verbreiteten C-Bibliothek glibc. Alpine Linux setzt standardmäßig auf musl. Allerdings müssen weitere Bedingungen erfüllt sein, damit ein Angriff funktioniert: OpenSSH darf keine PAM-Unterstützung verwenden, und auf dem System muss mindestens ein aktives Benutzerkonto existieren, dessen Passwort mit SHA256 oder SHA512 gehasht wurde.
Zudem muss das angegriffene Konto in der Datei /etc/shadow mit einem Sternchen im Passwortfeld als passwortlos für den lokalen Zugang eingerichtet sein. Solche Konten kommen beispielsweise bei Systemen zum Einsatz, die ausschließlich auf zertifikatsbasierte Authentifizierung setzen.
Sind alle Voraussetzungen erfüllt, können Angreifer über eine SSH-Verbindung von außen ohne Kenntnis eines Passworts Zugriff erhalten. Dafür genügt laut den Alpine-Entwicklern bereits eine einzige Verbindung. Wiederholte Versuche seien nicht erforderlich. Der Angriff funktioniert, indem im Passwortfeld mehr als 256 Zeichen eingegeben werden.
Die Sicherheitsfirma Check Point erklärt, dass OpenSSH dabei den Salt des anderen Benutzerkontos übernimmt. Ohne diesen Wert scheitere der Angriff. Außerdem müsse das betreffende Konto aktiv sein. Root-Zugänge seien bei der standardmäßigen OpenSSH-Konfiguration zwar geschützt, Nutzer mit sudo- oder doas-Berechtigungen könnten jedoch unter Umständen ebenfalls weitreichende Rechte erlangen.
Die genaue Ursache der Schwachstelle ist noch umstritten. OpenSSH sieht den Fehler außerhalb seines eigenen Codes, hält ihn aber über den SSH-Dienst für ausnutzbar. Musl-Entwickler wiederum betrachten das Problem als fehlerhafte Nutzung der Bibliothek durch andere Software.
Neben Alpine hat auch OpenSSH bereits Aktualisierungen veröffentlicht. Nutzer von Systemen mit musl und OpenSSH sollten prüfen, ob sie betroffen sind, und verfügbare Sicherheitsupdates umgehend installieren. Eine CVE-Kennung wurde bislang nicht vergeben.
Siehe auch:
- Eine schwere Sicherheitslücke bedroht Alpine Linux sowie OpenSSH mit musl
- Die Schwachstelle erlaubt Kriminellen den Zugriff ganz ohne ein Passwort
- Für das Gelingen müssen spezifische Bedingungen im System erfüllt sein
- Angreifer nutzen lange Zeichenketten für den unbefugten SSH-Fernzugriff
- Verbreitet ist das betroffene Betriebssystem vor allem auf IoT-Geräten
- Wichtige Sicherheitsupdates stehen für betroffene Systeme schon bereit
Nur unter bestimmten Bedingungen
Betroffen sind insbesondere Geräte mit Alpine Linux, aber möglicherweise auch andere Distributionen, die OpenSSH in Kombination mit der Bibliothek musl und bestimmten Authentifizierungseinstellungen verwenden, teilte das Sicherheitsunternehmen Checkpoint mit. Aufgrund ihrer Schwere und der Wirksamkeit bei SSH-Verbindungen wurde der Bug von den Forschern auf den Namen "*sshole" getauft. Sicherheitsupdates stehen inzwischen bereits bereit.Die Schwachstelle entsteht durch das Zusammenspiel von OpenSSH, das verschlüsselte SSH-Verbindungen ermöglicht, und musl, einer schlanken Alternative zur verbreiteten C-Bibliothek glibc. Alpine Linux setzt standardmäßig auf musl. Allerdings müssen weitere Bedingungen erfüllt sein, damit ein Angriff funktioniert: OpenSSH darf keine PAM-Unterstützung verwenden, und auf dem System muss mindestens ein aktives Benutzerkonto existieren, dessen Passwort mit SHA256 oder SHA512 gehasht wurde.
Zudem muss das angegriffene Konto in der Datei /etc/shadow mit einem Sternchen im Passwortfeld als passwortlos für den lokalen Zugang eingerichtet sein. Solche Konten kommen beispielsweise bei Systemen zum Einsatz, die ausschließlich auf zertifikatsbasierte Authentifizierung setzen.
Sind alle Voraussetzungen erfüllt, können Angreifer über eine SSH-Verbindung von außen ohne Kenntnis eines Passworts Zugriff erhalten. Dafür genügt laut den Alpine-Entwicklern bereits eine einzige Verbindung. Wiederholte Versuche seien nicht erforderlich. Der Angriff funktioniert, indem im Passwortfeld mehr als 256 Zeichen eingegeben werden.
Die Sicherheitsfirma Check Point erklärt, dass OpenSSH dabei den Salt des anderen Benutzerkontos übernimmt. Ohne diesen Wert scheitere der Angriff. Außerdem müsse das betreffende Konto aktiv sein. Root-Zugänge seien bei der standardmäßigen OpenSSH-Konfiguration zwar geschützt, Nutzer mit sudo- oder doas-Berechtigungen könnten jedoch unter Umständen ebenfalls weitreichende Rechte erlangen.
Oft auf selten gepatchten Geräten
Besonders problematisch ist die mögliche Verbreitung. Alpine Linux wird unter anderem in Routern, Smart-TVs, Industrieanlagen und Container-Images eingesetzt. Allein das Alpine-Basisimage auf Docker Hub wurde mehr als eine Milliarde Mal heruntergeladen. Viele eingebettete Geräte erhalten zudem nur selten oder gar keine Updates.Die genaue Ursache der Schwachstelle ist noch umstritten. OpenSSH sieht den Fehler außerhalb seines eigenen Codes, hält ihn aber über den SSH-Dienst für ausnutzbar. Musl-Entwickler wiederum betrachten das Problem als fehlerhafte Nutzung der Bibliothek durch andere Software.
Neben Alpine hat auch OpenSSH bereits Aktualisierungen veröffentlicht. Nutzer von Systemen mit musl und OpenSSH sollten prüfen, ob sie betroffen sind, und verfügbare Sicherheitsupdates umgehend installieren. Eine CVE-Kennung wurde bislang nicht vergeben.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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