Volkswagen macht 5,8 Mrd. Euro Verlust - Porsche-Krise erhöht Druck
Volkswagen hat im dritten Quartal einen Verlust nach Steuern von rund 5,8 Milliarden Euro verbucht. Im Vorjahresquartal hatte das Minus 1,07 Milliarden Euro betragen. Damit hat sich der Verlust mehr als verfünffacht. Das steckt hinter den desaströsen Zahlen.
Größter einzelner Belastungsfaktor ist eine Abschreibung auf den Firmenwert von Porsche um rund 6,4 Milliarden Euro. Damit wird der bilanzierte Wert der Tochtergesellschaft korrigiert (via NDR). Porsche will mit einem Sanierungsprogramm die Gewinne steigern.
Der Sportwagenhersteller setzt stärker auf teure Spitzenmodelle, weniger Modellvarianten und niedrigere Kosten. Verbrenner sollen länger eine tragende Rolle spielen.
In Europa wächst dagegen der Auftragseingang für rein batterieelektrische Fahrzeuge um fast 40 Prozent. Gefragt sind insbesondere kleinere Elektromodelle der Marken VW, Skoda und Cupra. Für die Kleinwagen liegen nach Unternehmensangaben annähernd 150.000 Bestellungen vor. Die Gewinnspannen sind bei günstigeren Elektroautos allerdings geringer als bei großen Verbrennern.
Weltweit sollen bis zu 100.000 Stellen wegfallen. Darin enthalten sind 50.000 zusätzliche Stellen, deren Streichung der Aufsichtsrat Anfang September beschlossen hat. Auch die Zukunft mehrerer Werke bleibt offen. Betriebsrat und IG Metall kämpfen um Arbeitsplätze und Standorte.
Volkswagen muss damit zugleich Kosten senken und in wettbewerbsfähige Fahrzeuge sowie neue Technik investieren. Viele Maßnahmen des Konzernumbaus sollen erst 2027 oder 2028 spürbar wirken.
Wo sollte Volkswagen zuerst ansetzen, um wieder profitabler zu werden, oder ist der Zug abgefahren? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.
Siehe auch:
- Eine Wertkorrektur bei Porsche um 6,4 Milliarden Euro belastet das Ergebnis
- Der weltweite Umsatz sank im dritten Quartal um 6,3 Prozent deutlich ab
- In China fiel der Absatz von VW um mehr als dreißig Prozent drastisch ein
- Europas Nachfrage nach kleineren E-Autos der VW-Marken stieg deutlich an
- Ein umfassendes Sparprogramm soll bis zu hunderttausend Stellen abbauen
- Rund 31 Milliarden Euro an Gesamtkosten will der Autobauer einsparen
Milliardenabschreibung bei Porsche
Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch eine milliardenschwere Abschreibung bei Porsche, sinkende Fahrzeugverkäufe und das schwache China-Geschäft. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,3 Prozent auf 75,3 Milliarden Euro. Die Fahrzeugverkäufe gingen von rund 2,2 Millionen auf rund 1,89 Millionen zurück.Größter einzelner Belastungsfaktor ist eine Abschreibung auf den Firmenwert von Porsche um rund 6,4 Milliarden Euro. Damit wird der bilanzierte Wert der Tochtergesellschaft korrigiert (via NDR). Porsche will mit einem Sanierungsprogramm die Gewinne steigern.
Der Sportwagenhersteller setzt stärker auf teure Spitzenmodelle, weniger Modellvarianten und niedrigere Kosten. Verbrenner sollen länger eine tragende Rolle spielen.
Absatz in China sinkt deutlich
Von Januar bis September 2026 lieferte Volkswagen in China rund 1,38 Millionen Fahrzeuge aus - 30,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Nachfrage nach Neuwagen schwächelt, zugleich kaufen chinesische Kunden zunehmend Elektroautos heimischer Marken. Hinzu kommen höhere Komponentenkosten und milliardenschwere Belastungen durch US-Zölle.In Europa wächst dagegen der Auftragseingang für rein batterieelektrische Fahrzeuge um fast 40 Prozent. Gefragt sind insbesondere kleinere Elektromodelle der Marken VW, Skoda und Cupra. Für die Kleinwagen liegen nach Unternehmensangaben annähernd 150.000 Bestellungen vor. Die Gewinnspannen sind bei günstigeren Elektroautos allerdings geringer als bei großen Verbrennern.
| Kennzahl | Drittes Quartal 2026 | Vergleich zum Vorjahresquartal |
|---|---|---|
| Umsatz | 75,3 Milliarden Euro | −6,3 Prozent |
| Operatives Ergebnis | −5,86 Milliarden Euro | Vorjahr: rund −1,3 Milliarden Euro |
| Ergebnis nach Steuern | −5,82 Milliarden Euro | Vorjahr: −1,07 Milliarden Euro |
| Auslieferungen | rund 1,89 Millionen Fahrzeuge | −14,3 Prozent |
Sparprogramm sieht bis zu 100.000 Stellen weniger vor
Finanzvorstand Arno Antlitz fordert jetzt rasche Reaktionen: "Wir dürfen keine Zeit verlieren und müssen schnell und entschlossen handeln." Mit seinem Sparprogramm will Volkswagen rund 31 Milliarden Euro Kosten einsparen.Weltweit sollen bis zu 100.000 Stellen wegfallen. Darin enthalten sind 50.000 zusätzliche Stellen, deren Streichung der Aufsichtsrat Anfang September beschlossen hat. Auch die Zukunft mehrerer Werke bleibt offen. Betriebsrat und IG Metall kämpfen um Arbeitsplätze und Standorte.
Volkswagen muss damit zugleich Kosten senken und in wettbewerbsfähige Fahrzeuge sowie neue Technik investieren. Viele Maßnahmen des Konzernumbaus sollen erst 2027 oder 2028 spürbar wirken.
Wo sollte Volkswagen zuerst ansetzen, um wieder profitabler zu werden, oder ist der Zug abgefahren? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.
Siehe auch:
- VW-Konzernchef Blume sieht Lage von Volkswagen "mehr als kritisch"
- Volkswagen mit massivem Gewinneinbruch: Konzern senkt Prognose
- VW streicht wohl 100.000 Stellen, 4 deutsche Werke angeblich vor Aus
- Hammer-Urteil: Gericht hält Rückabwicklung bei Cupra Born für möglich
- Brandgefahr: VW begrenzt Laden bei mehreren ID.-Modellen auf 80 %
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Nadine DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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