VW-Werk baut jetzt nicht nur Autos, sondern zerlegt sie auch wieder
Der Autokonzern Volkswagen schraubt in seinem Zwickauer Werk jetzt nicht mehr nur neue Fahrzeuge zusammen. Jetzt werden dort auch existierende Autos auseinandergebaut, um an noch brauchbare Teile zu gelangen.
Die Anlage ist Teil einer Strategie, mit der Volkswagen die Kreislaufwirtschaft als zusätzliches Geschäftsfeld etablieren will. Statt ausgediente Fahrzeuge ausschließlich zu verschrotten, sollen funktionsfähige Komponenten aufbereitet und als gebrauchte Originalteile verkauft werden. Besonders gefragt sind nach Angaben des Unternehmens Karosserieteile wie Türen und Stoßfänger sowie Motoren und Getriebekomponenten. Der Vertrieb soll über bestehende Händler- und Servicenetzwerke sowie unabhängige Werkstätten und Teilehändler erfolgen.
Die technische Ausstattung der Demontagelinie wurde innerhalb von neun Monaten installiert. Parallel dazu waren auch die erforderlichen Genehmigungsverfahren drei Monate früher abgeschlossen als ursprünglich vorgesehen. Für den Umbau wurden unter anderem 1200 Quadratmeter Bodenfläche neu beschichtet, 94 Tonnen Stahl verbaut und 100 Meter Hochstromleitungen für logistische Abläufe installiert, hieß es. Volkswagen nutzte zudem Teile der vorhandenen Fertigungstechnik erneut, um Investitionen zu begrenzen.
Das Werk Zwickau soll damit nun als konzernweites Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft dienen. Dort will Volkswagen Erfahrungen mit der markenübergreifenden Wiederverwendung von Bauteilen und der Rückgewinnung von Materialien sammeln. Langfristig plant der Konzern außerdem ein europäisches Partnernetzwerk, um die Prozesse auf weitere Standorte auszuweiten und Transportkosten zu begrenzen.
Volkswagen zufolge könnte der aus einem Altfahrzeug gewonnene Kunststoff perspektivisch für drei Neuwagen ausreichen. Ob dieses Potenzial tatsächlich ausgeschöpft werden kann, hängt allerdings von der Qualität der zurückgewonnenen Materialien und den jeweiligen Aufbereitungsverfahren ab.
Der neue Geschäftsbereich geht auf Vereinbarungen aus den Tarifverhandlungen vom Dezember 2024 zurück. Langfristig soll die Kreislaufwirtschaft am Standort bis zu tausend Arbeitsplätze ermöglichen. Sie ist damit auch als zweites Standbein neben der Fahrzeugproduktion gedacht, die angesichts des Umbaus der Automobilindustrie unter wirtschaftlichem Druck steht.
Siehe auch:
- Im Werk Zwickau hat Volkswagen eine industrielle Demontagelinie gestartet
- Ab 2027 sollen dort jährlich 4100 Fahrzeuge im Zweischichtbetrieb zerlegt werden
- Funktionsfähige Originalteile werden gezielt aufbereitet und weiterverkauft
- Zwickau fungiert künftig als konzernweites Zentrum für Kreislaufwirtschaft
- Der Konzern bereitet sich mit dem Projekt auf künftige EU-Recyclingquoten vor
- Langfristig sind an dem sächsischen Standort bis zu tausend Stellen geplant
Mehr Recycling im Konzern
Volkswagen teilte jetzt mit, dass man im Werk Zwickau eine industrielle Demontagelinie für Fahrzeuge in Betrieb genommen habe. Dort sollen erst einmal Vorserienfahrzeuge und später auch Altfahrzeuge systematisch zerlegt werden, um wiederverwendbare Originalteile und wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Ab 2027 ist eine Kapazität von jährlich 4100 Autos im Zweischichtbetrieb vorgesehen. Rund 100 Beschäftigte sollen zunächst in dem neuen Geschäftsbereich arbeiten.Die Anlage ist Teil einer Strategie, mit der Volkswagen die Kreislaufwirtschaft als zusätzliches Geschäftsfeld etablieren will. Statt ausgediente Fahrzeuge ausschließlich zu verschrotten, sollen funktionsfähige Komponenten aufbereitet und als gebrauchte Originalteile verkauft werden. Besonders gefragt sind nach Angaben des Unternehmens Karosserieteile wie Türen und Stoßfänger sowie Motoren und Getriebekomponenten. Der Vertrieb soll über bestehende Händler- und Servicenetzwerke sowie unabhängige Werkstätten und Teilehändler erfolgen.
Die technische Ausstattung der Demontagelinie wurde innerhalb von neun Monaten installiert. Parallel dazu waren auch die erforderlichen Genehmigungsverfahren drei Monate früher abgeschlossen als ursprünglich vorgesehen. Für den Umbau wurden unter anderem 1200 Quadratmeter Bodenfläche neu beschichtet, 94 Tonnen Stahl verbaut und 100 Meter Hochstromleitungen für logistische Abläufe installiert, hieß es. Volkswagen nutzte zudem Teile der vorhandenen Fertigungstechnik erneut, um Investitionen zu begrenzen.
Das Werk Zwickau soll damit nun als konzernweites Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft dienen. Dort will Volkswagen Erfahrungen mit der markenübergreifenden Wiederverwendung von Bauteilen und der Rückgewinnung von Materialien sammeln. Langfristig plant der Konzern außerdem ein europäisches Partnernetzwerk, um die Prozesse auf weitere Standorte auszuweiten und Transportkosten zu begrenzen.
Vorbereitung auf Recyclingquoten
Neben dem Verkauf gebrauchter Ersatzteile geht es Volkswagen darum, Materialkosten zu senken und die Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu verringern. Zugleich bereitet sich der Konzern auf strengere europäische Vorgaben vor: Ab 2032 sollen dort Recyclingquoten für Kunststoffe und weitere Rohstoffe gelten. Dafür werden Verfahren benötigt, mit denen sich Altfahrzeuge in industriellem Maßstab zerlegen und ihre Materialien zurückgewinnen lassen.Volkswagen zufolge könnte der aus einem Altfahrzeug gewonnene Kunststoff perspektivisch für drei Neuwagen ausreichen. Ob dieses Potenzial tatsächlich ausgeschöpft werden kann, hängt allerdings von der Qualität der zurückgewonnenen Materialien und den jeweiligen Aufbereitungsverfahren ab.
Der neue Geschäftsbereich geht auf Vereinbarungen aus den Tarifverhandlungen vom Dezember 2024 zurück. Langfristig soll die Kreislaufwirtschaft am Standort bis zu tausend Arbeitsplätze ermöglichen. Sie ist damit auch als zweites Standbein neben der Fahrzeugproduktion gedacht, die angesichts des Umbaus der Automobilindustrie unter wirtschaftlichem Druck steht.
Siehe auch:
- Copilot als Rettung für VW? 330.000 Mitarbeiter bekommen Microsoft-KI
- Interne Dokumente: Seat hat keine Zukunft mehr bei VW
- VW-Konzernchef Blume sieht Lage von Volkswagen "mehr als kritisch"
- Volkswagen mit massivem Gewinneinbruch: Konzern senkt Prognose
- Volkswagen heuert 100 Schafe an - als Rasenmäher auf Solarfarm
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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