Brandgefahr: VW begrenzt Laden bei mehreren ID.-Modellen auf 80 %

Bei Volkswagen steht offenbar der nächste Rückruf an. Wegen potenzieller Brandgefahr bei fehlerhaften Batteriezellen sollen zahlreiche Elektroautos der ID.-Familie sowie der Cupra Born überprüft werden. Vorab wird die Ladekapazität begrenzt.
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  • Wegen Brandgefahr bei Zulieferer-Akkus droht Volkswagen ein E-Auto-Rückruf
  • Betroffen sind diverse Modelle der ID.-Reihe sowie der Cupra Born
  • Zur Sicherheit wird der Ladestand der Batterien auf 80 Prozent begrenzt
  • Das Ladelimit wird von VW vorerst per Software-Update aufgespielt
  • In den USA gab es bereits 22 Akkubrände bei VW-Stromern
  • Gemeinsam mit dem Kraftfahrt-Bundesamt plant VW das weitere Vorgehen

Brandgefahr bei Akkus

Erst Ende September musste VW wegen einer korrosionsanfälligen Schraube an der Lenkung rund 4,6 Millionen Fahrzeuge verschiedener Marken in die Werkstätten beordern. Es war die größte entsprechende Aktion seit dem Dieselskandal. Jetzt droht in einer ohnehin turbulenten Zeit für den Konzern schon der nächste Rückruf. Dieses Mal sind mehrere E-Modelle betroffen. Wegen fehlerhafter Hochvolt-Batteriezellen eines Zulieferers besteht die Gefahr, dass die Akkus überhitzen und im schlimmsten Fall Brände auslösen.

Nach aktuellem Stand geht es um verschiedene Fahrzeuge aus den Produktionsjahren 2023 bis 2025. Dazu zählen die Modelle VW ID.3, ID.4, ID.7 und der ID. Buzz sowie einige Tausend Einheiten des Cupra Born. Die Schwestermarke Skoda soll hingegen nicht betroffen sein, während bei Audi noch Prüfungen laufen. Bei betroffenen Fahrzeugen wird der Ladestand aus Sicherheitsgründen über den sogenannten Battery Care Modus vorerst auf 80 Prozent begrenzt, bis das Problem behoben ist. Die Begrenzung wird von Volkswagen per Software-Update aus der Ferne aufgespielt. Zunächst ist somit kein Werkstattbesuch notwendig.


Rückruf wird vorbereitet

Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, dürfte allein in Deutschland eine niedrige fünfstellige Anzahl an Fahrzeugen betroffen sein. In Großbritannien und den USA sind entsprechende Rückrufaktionen bereits angelaufen. Allein auf dem US-Markt wurden 22.524 Fahrzeuge des ID.4 zurückbeordert. Der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA sind bereits 22 Fälle bekannt, in denen Elektro-VW ohne Außeneinwirkung abgebrannt sind.

Für den deutschen Markt erarbeitet das Unternehmen derzeit zusammen mit dem Kraftfahrt-Bundesamt die genauen Maßnahmen. Halter sollen zeitnah schriftlich informiert werden. Wer nicht warten möchte, kann anhand der Fahrgestellnummer bei einem Händler prüfen lassen, ob das eigene Auto betroffen ist.

Wie groß der Rückruf europaweit ausfällt, ist noch offen. Allein von den erwähnten Modellen der ID-Familie wurden zwischen 2023 und 2025 knapp 660.000 Fahrzeuge neu zugelassen. Tatsächlich betroffen dürfte aber nur ein deutlich kleinerer Teil sein, da sich das Problem wohl auf bestimmte Chargen eingrenzen lässt.

Potenzieller Werkstattbesuch

Batterieprobleme betreffen die Branche immer wieder. Auch Hersteller wie Mercedes-Benz oder General Motors mussten in der jüngeren Vergangenheit bei bestimmten Modellen den Ladestand vorübergehend begrenzen, um Risiken zu minimieren.

Bis eine dauerhafte Lösung für die VW-Modelle bereitsteht, wird bei betroffenen Fahrzeugen der bereits angesprochene Battery Care Modus dauerhaft aktiviert. Zukünftig könnten Servicebetriebe die Hochvoltbatterien in Einzelfällen prüfen und bei Bedarf defekte Zellmodule austauschen. Eventuell kann das Problem auch per Software-Update gelöst werden.

Seid ihr von dem möglichen Batterie-Rückruf betroffen? Ladet ihr euer E-Auto regelmäßig über 80 Prozent? Teilt eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!

Welche E-Autos betrifft das Risiko genau?
Der mögliche Rückruf betrifft bestimmte Fahrzeuge der VW-Modelle ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz sowie den Cupra Born aus den Produktionsjahren 2023 bis 2025. In Großbritannien schließt das laut Volkswagen auch den ID. Buzz Cargo ein; dort geht es um Hochvoltbatterien eines bestimmten Zulieferers aus den Jahren 2022 bis 2025.

Skoda-Modelle haben Akkus aus einer anderen Charge erhalten und sind nicht betroffen. Bei Audi-Fahrzeugen wird ein mögliches Risiko derzeit noch geprüft.
Wie richte ich das 80-Prozent-Limit ein?
Wenn ihr die Online-Dienste von VW nutzt, bekommt ihr eine Nachricht in der App und das Limit wird per Funk-Update auf 80 Prozent gesetzt. Dabei wird der Battery-Care-Modus dauerhaft aktiviert. Die Möglichkeit, diese Grenze im Menü zu überschreiben, wird durch das Update vorübergehend entfernt.

Wer die Online-Dienste nicht nutzt, kann die Begrenzung manuell über den Ladebildschirm im Fahrzeug einstellen.
Ist mein E-Auto vorerst noch sicher?
Ja, solange ihr das Fahrzeug nur bis maximal 80 Prozent ladet, seid ihr laut einem VW-Sprecher sicher. Der Produktionsfehler in der Hochvoltbatterie kann sich in diesem Bereich nicht auswirken.

In den USA kam es zuvor zu 22 Bränden ohne Außeneinwirkung. Diese brachen erst aus, nachdem die entsprechenden Fahrzeuge auf einen Stand von mehr als 80 Prozent geladen wurden.
Wie sieht die endgültige Lösung aus?
Volkswagen nennt noch keinen Zeitplan für eine endgültige Reparatur. Derzeit arbeitet der Hersteller an einer Lösung, die ein weiteres Software-Update oder den physischen Austausch einzelner Batteriemodule umfassen könnte.

Bei Fahrzeugen, deren Akkus lange nicht ausgelesen wurden, ist zunächst ein Check in der Werkstatt nötig. Ist die Batterie fehlerfrei, dürft ihr danach sofort wieder auf 100 Prozent laden. Bei defekten Zellen erarbeitet VW Korrekturmaßnahmen und informiert euch schriftlich.
Siehe auch:
Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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