Russland: Rechenzentren müssen 10% Kapazität für Staat reservieren

Der russische Machthaber Putin hat einen drastischen Schritt unternommen, um die staatliche IT-Infrastruktur des Landes widerstandsfähiger zu machen. Private IT-Betreiber müssen 10 Prozent ihrer Kapazitäten für staatliche Aufgaben vorhalten.
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  • Russlands Präsident Putin verpflichtet Rechenzentren zur Staatsnutzung
  • Private Betreiber müssen ein Zehntel ihrer Kapazitäten reservieren
  • Das Digitalministerium führt landesweit eine Inventur der Server durch
  • Eine Regierungskommission kann die Ressourcen kurzfristig anfordern
  • Unternehmen müssen die Kapazitäten binnen 24 Stunden bereitstellen
  • Ausländische Standorte russischer Firmen bedürfen einer FSB-Prüfung
  • Hintergrund sind wiederholte ukrainische Angriffe auf Serverzentren

Betreiber müssen Kapazitäten kurzfristig frei machen

Der russische Präsident Putin hat angeordnet, dass private Betreiber von Rechenzentren und Server-Standorten ein Zehntel ihrer Kapazitäten für die Nutzung durch den Staat bereitstellen müssen. Ein entsprechender Erlass wurde laut Medienberichten gestern von Putin unterzeichnet.

Das Dekret sieht vor, dass private Betreiber von Rechenzentren bei Bedarf einen Teil ihrer Kapazitäten für die Nutzung durch staatliche Stellen abgeben müssen. Geplant ist, dass die Behörden bei Bedarf kurzfristig Zugriff auf die Server-Kapazitäten der privaten Betreiber erhalten sollen, sollte dies für notwendig gehalten werden.


Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat Putin das Ministerium für digitale Entwicklung angewiesen, eine Art Inventur der verfügbaren Rechenkapazitäten und Standflächen in privat betriebenen Rechenzentren in ganz Russland durchzuführen. Sobald dieser Schritt abgeschlossen ist, soll eine spezielle Regierungskommission durch das Dekret des Präsidenten ermächtigt werden, die Freigabe der reservierten Kapazitäten anzuordnen, sobald diese durch staatliche Stellen benötigt werden.

Die jeweiligen Rechenzentrumsbetreiber müssen dann innerhalb von 24 Stunden die angeforderten Kapazitäten zur Verfügung stellen. Bemerkenswerterweise gilt dies auch dann, wenn sich die Rechenzentren der privaten russischen Betreiber im Ausland befinden sollten. In einem solchen Fall ist allerdings eine Prüfung durch den Inlandsgeheimdienst FSB nötig, heißt es in dem Reuters-Bericht.

Mit der Anordnung reagiert Putin offenbar auf die zuletzt immer wieder erfolgten Angriffe der ukrainischen Armee auf Rechenzentren in Russland. Dabei waren neben privat betriebenen Rechenzentren von Firmen wie Yandex und der staatlichen Sberbank auch staatlich betriebene Einrichtungen betroffen. Neben Ausfällen von Yandex-Diensten gab es auch einen Ausfall der Server, auf denen die Steuerdatenbanken des russischen Finanzministeriums gespeichert waren.

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Roland Quandt

Redakteur für Smartphones & Leaks

Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.

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