Mobilfunk via Satellit: Telekom & Co. formieren sich gegen Starlink

Europäische Telekommunikationskonzerne wollen gemeinsam den Satellitenfunk für Smartphones ausbauen und die Abhängigkeit von Starlink beenden. Die EU könnte dafür die Vergabe wichtiger Satellitenfrequenzen zugunsten europäischer Anbieter gestalten.
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  • Vier große europäische Telekom-Konzerne planen eine neue Satellitenallianz
  • Frankreichs Präsident Emmanuel Macron unterstützt die Kooperation in Europa
  • Die EU berät über Vergaberegeln für Frequenzen im Zwei-Gigahertz-Band ab 2027
  • Smartphones könnten damit künftig direkte Signale aus dem Weltall empfangen
  • Ein Vormarsch des US-Anbieters Starlink soll auf diesem Weg begrenzt werden

Gemeinsames Buhlen um Frequenzen

Die Initiative hierzu geht von der Deutschen Telekom, Orange, Vodafone und Telefónica aus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte sich bereits im September für eine engere Zusammenarbeit europäischer Unternehmen in dem Bereich ausgesprochen. Bei einem Auftritt auf dem International Space Summit in Paris forderte er nun eine neue Allianz, um die gemeinsamen Satellitenkapazitäten Europas auszubauen, berichtete das Magazin Politico. Dahinter stehe auch das Ziel, Starlinks wachsenden Einfluss im erdnahen Orbit zu begrenzen.

Am Dienstag beraten außerdem die Telekommunikationsminister der EU-Staaten im irischen Limerick über einen Gesetzesvorschlag, der europäischen Netzbetreibern den Zugang zu Satellitenfrequenzen erleichtern könnte. Konkret geht es um das 2-Gigahertz-Band für Satellitenkommunikation, dessen Frequenzen 2027 neu vergeben werden sollen. Die EU-Kommission erwägt ein Verfahren, das europäischen Unternehmen dabei Vorteile verschaffen würde.


Die beteiligten Konzerne könnten sich zusammenschließen, um gemeinsam um die begehrten Frequenzen zu konkurrieren. Damit ließe sich eine technische Grundlage schaffen, um Mobilfunksignale direkt von Satelliten an gewöhnliche Smartphones zu übertragen. Nutzer wären dann weniger auf terrestrische Mobilfunkmasten angewiesen, etwa in abgelegenen Regionen oder bei Ausfällen der herkömmlichen Netzinfrastruktur.

Monopol verhindern

Orange bestätigte gegenüber Politico, dass das Unternehmen entsprechende Überlegungen anstellt. Der Konzern wolle seinen Kunden solche Dienste anbieten und verhindern, dass ein einzelner Anbieter den Markt dominiert. Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica äußerten sich zunächst nicht näher zu den Plänen.

Starlink verfolgt ebenfalls ehrgeizige Ziele. Das Unternehmen will zukünftig Mobilfunkdienste direkt für Endgeräte anbieten, ohne dafür zwingend mit lokalen Netzbetreibern zusammenarbeiten zu müssen. Wenn die EU die Frequenzen an die heimischen Anbieter vergibt, könnte dies die Pläne des US-Unternehmens erschweren.

Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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