Starlink als Mobilfunkanbieter? T-Mobile-Manager hält Pläne für utopisch

Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX erwägt laut schon länger anhaltenden Gerüchten schon seit einiger Zeit einen Einstieg in den Mobilfunkmarkt. Der scheidende Finanzchef des US-Netzbetreibers T-Mobile hält den Ansatz aber für lachhaft.
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    SpaceX will kleine 5G-Zellen an Sat-Empfänger koppeln

    SpaceX prüft derzeit nach eigenen Angaben, wie die Starlink-Basisstationen für den Empfang von Satelliten-Internet auch für Mobilfunk verwendet werden können. Der Ansatz sieht vor, kleine Basisstationen an den Starlink-Empfängern zu installieren, um auf diese Weise eine Vielzahl kleiner Femtocells in den ganzen USA zu verteilen.

    Gwynne Shotwell, President bei SpaceX, hatte die Idee im Zuge der Veröffentlichung der letzten Geschäftszahlen der Firma in Umlauf gebracht. Geht es nach Peter Osvaldik, der in Kürze T-Mobile USA als Finanzvorstand verlassen will, stellt der von Shotwell beschriebene Plan allerdings keineswegs eine konkurrenzfähige Idee dar, vor der sich die Mobilfunkanbieter fürchten müssten.

    Lächerliche Idee, über die die ganze Branche lacht?

    Es sei technisch im Grunde vollkommen unmöglich, die von Shotwell gemachten Andeutungen in die Tat umzusetzen, so Osvaldik laut dem US-Portal PCWorld bei einer Veranstaltung in dieser Woche. Derzeit amüsiere man sich in der Mobilfunkbranche über das Konzept, schließlich würde es wohl mehr als eine Milliarde Femtocells brauchen, um eine den aktuellen Mobilfunknetzen ähnliche Abdeckung zu gewährleisten, sagte der T-Mobile-Manager weiter.


    Hintergrund sind seinen Angaben zufolge die diversen Probleme mit Interferenzen und die große Frage, wie die Datenübertragung in Richtung des Netzes - der sogenannte Backhaul - realisiert werden solle. Für SpaceX bestehe außerdem das Hindernis, dass das Unternehmen schlicht nicht über die für den Betrieb eines eigenen Mobilfunknetzes nötigen Funklizenzen verfügt, auch wenn Musks Firma zuletzt einige Lizenzen erworben hatte.

    Terrestrisches Netz würde SpaceX viele Milliarden kosten

    Hinzu kommt laut Osvaldik, dass SpaceX gigantische Summen in Höhe von mehr als 100 Milliarden Dollar (etwa 93 Milliarden Euro) aufbringen müsste, um ein terrestrisches Mobilfunknetz zu realisieren. Der T-Mobile-Manager hält deshalb wenig von Spekulationen über einen möglichen Einstieg von SpaceX oder dessen Tochterfirma Starlink in den Mobilfunkmarkt. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens sei schlicht unfassbar schwierig.

    Auch andere Experten aus der Mobilfunkindustrie sehen die Femtocell-Strategie von SpaceX höchst skeptisch. Ein bekannter Analyst erklärte dazu kürzlich, dass das Konzept zu den drei dümmsten Ideen gehöre, die ihm in seiner Laufbahn von 40 Jahren in der Branche zu Ohren gekommen seien.

    T-Mobile gehört unterdessen bereits zu den Kunden von SpaceX und bietet auf diesem Weg für bestimmte Apps Datenzugriff über das Internet per Satellit an. SpaceX bereitet unterdessen den Ausbau seiner Kapazitäten mit neuen Satelliten vor, welche erheblich höhere Bandbreiten bei Internetzugängen mit mobilen Endgeräten zulassen sollen.

    Das Unternehmen warb zuletzt unter anderem damit für seinen Ansatz, dass man dank der Satelliten ohne weiteres weltweit den Internetzugriff mit Mobiltelefonen ermöglichen könne. Im Vergleich zu den klassischen terrestrischen Anbietern könne man damit nach Jahren der Stagnation wieder innovative Konzepte ermöglichen, hieß es.

    Zusammenfassung
    • SpaceX will kleine 5G-Mobilfunkzellen an Starlink-Empfänger koppeln
    • T-Mobile-Finanzchef Peter Osvaldik hält die Pläne für lächerlich
    • Technische Probleme wie Interferenzen erschweren die Realisierung
    • Dem Raumfahrtkonzern SpaceX fehlen zudem die nötigen Funklizenzen
    • Der Aufbau eines solchen Netzes würde über 100 Milliarden kosten
    • Branchenexperten äußern ebenfalls heftige Kritik an dem Vorhaben

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