Neue Pläne: So will Starlink Mobilfunkanbietern Konkurrenz machen

SpaceX plant mit Starlink den Angriff auf den Mobilfunkmarkt. Mit bis zu 150 MBit/s sollen Smartphones direkt per Satellit versorgt werden. Doch in Europa gibt es regulatorische Hürden. Wie Elon Musks Firma das lösen will lest ihr hier.
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Starlink plant 150 MBit/s für Smartphones

Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX weitet sein Geschäftsfeld massiv aus und plant, mit seiner Satelliten-Konstellation Starlink direkt in den Mobilfunkmarkt einzusteigen, das meldet das Handelsblatt und beruft sich dabei auf zwei hochrangige Vertreter des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX.

Unter dem Projektnamen "Direct to Cell" sollen herkömmliche Smartphones künftig eine Internetverbindung aus dem All erhalten. Dafür sind weder spezielle Hardware noch Modifikationen am Gerät notwendig. Ganz neu ist diese Idee nicht, die Gerüchte gibt es schon länger, und auch jetzt gibt es noch keine offizielle Bestätigung von Starlink, nur eine Randbemerkung bei einer Konferenz in Brüssel.


Das Ziel ist ambitioniert: Die Übertragungsraten sollen Geschwindigkeiten erreichen, die mit terrestrischen 5G-Netzen konkurrieren können. Bislang positionierte sich Starlink dagegen viel mehr als Lösung für stationäres Internet in abgelegenen Gebieten.

Interessanterweise fällt der Bericht des Handelsblatts nun zeitlich zusammen mit der Ankündigung, dass Starlink und die Deutsche Telekom nun kooperieren, um Funklöcher in Deutschland zu schließen. Die beiden Partner erklärten, dass sie bestehende Versorgungslücken mithilfe des Satelitennetzwerks schließen. Die neuen Pläne von SpaceX gehen jedoch weit über eine reine Ergänzungsfunktion hinaus und machen das Unternehmen potenziell zum Konkurrenten für klassische Provider.

Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Unternehmensvertreter schreibt, strebt SpaceX eine Datenübertragungsrate von bis zu 150 Megabit pro Sekunde (MBit/s) an. Jack Rockaway, Leiter des Regierungsgeschäfts bei SpaceX, bezeichnete das Vorhaben demnach im Rahmen der Govsatcom-Konferenz in Luxemburg als äußerst wichtige Entwicklung für das Unternehmen. Da in Europa jedoch regulatorische Probleme drohen, sucht Starlink proaktiv zunächst einmal den Schulterschluss mit Regierungsvertretern. Infografik Starlink: Wo es das Satelliteninternet von Musk schon heute gibtStarlink: Wo es das Satelliteninternet von Musk schon heute gibt

Technische Hürden

Die technische Umsetzung gestaltet sich komplex, da die Satelliten Frequenzen nutzen müssen, die von den Endgeräten unterstützt werden. Diese Bereiche sind auf der Erde meist exklusiv an lokale Mobilfunkbetreiber lizenziert, SpaceX müsste such also erst einmal die notwendigen Frequenzrechte sichern.

Bis Nutzer nun unterwegs das Starlink-Netzwerk mit 150 MBit/s über Satellit auf einem Smartphone nutzen können, wird noch einige Zeit vergehen. Zunächst dürfte der Service nur für Textnachrichten und Notrufe starten, bevor Sprache und Daten folgen. Das Erreichen der vollen Bandbreite werde noch einige Jahre dauern.

Das Mobilfunk-Projekt spielt wirtschaftlich für Starlink aber eine zentrale Rolle. Analysten sehen in "Direct to Cell" einen wichtigen Treiber für den geplanten Börsengang der Sparte, der frisches Kapital in die Kassen spülen soll.

Glaubt ihr, dass Satelliten-Internet in Zukunft unseren klassischen Mobilfunkvertrag ersetzen kann? Wir sind gespannt auf eure Einschätzungen in den Kommentaren!
Was plant Starlink im Mobilfunk?
Starlink will künftig als eigenständiger Mobilfunk-Provider auftreten und Smartphones direkt über Satelliten mit dem Internet verbinden. Der Dienst läuft unter dem Namen "Direct to Cell" und soll Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s erreichen - vergleichbar mit herkömmlichen 5G-Netzen.

Bisher war Starlink auf stationäre oder portable Internetanschlüsse spezialisiert. Nun will das Unternehmen nicht nur bestehenden Providern Zusatzdienste anbieten, sondern selbst zur Konkurrenz für klassische Mobilfunkanbieter wie Telekom, Vodafone oder O2 werden.
Wann kommt der Starlink-Mobilfunk?
Einen konkreten Starttermin gibt es bislang nicht. Jack Rockaway, der bei SpaceX das Regierungsgeschäft leitet, sprach auf der Govsatcom-Konferenz in Luxemburg davon, dass es "einige Jahre dauern" werde, bis die angestrebten 150 MBit/s erreicht werden.

Auch für den Markteintritt als eigener Mobilfunk-Provider nannte SpaceX keinen festen Zeitplan. Der geplante Börsengang von SpaceX - noch für 2026 vorgesehen - könnte allerdings als Katalysator wirken, da der Direct-to-Cell-Dienst laut Berichten eine wichtige Rolle bei der Bewertung des Unternehmens spielt.
Brauche ich ein spezielles Handy?
Starlink will seinen Dienst grundsätzlich mit herkömmlichen Smartphones nutzbar machen - ein spezielles Satellitentelefon soll also nicht nötig sein. Allerdings ist noch unklar, welche Frequenzen dafür genutzt werden und ob aktuelle Geräte diese bereits unterstützen.

Es ist denkbar, dass nur künftige Smartphone-Modelle die nötige Satellitenanbindung mitbringen, falls ein Frequenzbereich gewählt wird, den heutige Geräte nicht abdecken. Wer ein aktuelles Smartphone besitzt, sollte also keine voreiligen Erwartungen haben - konkrete Hardware-Anforderungen stehen noch aus.
Wird Starlink zur Gefahr für Telekom & Co?
Starlink will nicht nur als Zulieferer für bestehende Provider agieren, sondern als eigenständiger Mobilfunkanbieter auftreten. Das könnte insbesondere in ländlichen Regionen mit schwacher Netzabdeckung zu einer ernsthaften Alternative werden, da Satelliten flächendeckend funken - unabhängig von Mobilfunkmasten.

Für klassische Netzbetreiber in gut versorgten Ballungsräumen dürfte die Bedrohung zunächst überschaubar sein. Satellitenverbindungen haben physikbedingt höhere Latenzen und teilen sich die Kapazität unter vielen Nutzern. Langfristig könnte der Wettbewerbsdruck aber steigen - vor allem, wenn SpaceX nach dem Börsengang massiv investiert.
Welche Frequenzen werden genutzt?
Das ist derzeit eine der größten offenen Fragen. Damit herkömmliche Smartphones den Dienst nutzen können, muss Starlink Frequenzen verwenden, die von den Geräten unterstützt werden, aber nicht bereits von terrestrischen Mobilfunknetzen belegt sind.

Ob solches Spektrum in Europa überhaupt verfügbar ist, ist unklar. Laut dem Handelsblatt drohen in Europa regulatorische Probleme. SpaceX geht deshalb offenbar "einen ungewöhnlichen Schritt" - Details dazu sind bislang jedoch nicht öffentlich bekannt. Die Frequenzfrage wird letztlich darüber entscheiden, ob und wann der Dienst in Deutschland starten kann.
Zusammenfassung
  • SpaceX plant mit Starlink den direkten Einstieg in den Mobilfunkmarkt
  • Smartphones sollen per Satellit mit bis zu 150 MBit/s versorgt werden
  • Das Projekt trägt den Namen Direct to Cell und braucht keine Hardware
  • In Europa gibt es regulatorische Hürden bei den Frequenzrechten
  • Starlink und die Deutsche Telekom kooperieren gegen Funklöcher
  • Zunächst startet der Dienst nur für Textnachrichten und Notrufe
  • Analysten sehen Direct to Cell als Treiber für den Börsengang

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