Starlink: SpaceX plant nun offenbar eigene Mobilfunk-Tarife

SpaceX erwägt offenbar den direkten Einstieg in den US-Mobilfunkmarkt. Anstatt nur als Zulieferer für Netzbetreiber zu fungieren, könnte das Raumfahrtunternehmen bald eigene Starlink-Handytarife für Endverbraucher anbieten.
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Starlink plant US-Mobilfunknetz

Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX beabsichtigt offenbar, mit seinem Satelliten-Netzwerk Starlink direkt in den Mobilfunkmarkt für Endkunden in den USA einzusteigen. Bislang fungiert das Unternehmen in diesem Bereich lediglich als Infrastruktur-Partner für etablierte Telekommunikationsanbieter. Ein eigener Tarif würde SpaceX in direkte Konkurrenz zu Branchengrößen wie AT&T, Verizon und T-Mobile setzen.

Die Pläne sehen vor, neben der bestehenden Satelliten-Infrastruktur ein eigenes terrestrisches Mobilfunknetz aufzubauen. Für eine solche erdgebundene Infrastruktur erwarb das Unternehmen bereits im vergangenen September für rund 17 Milliarden Dollar (etwa 15 Milliarden Euro) entsprechende Funkfrequenzen des Anbieters EchoStar. Ein direkter Vertrieb an Endkunden verspricht deutlich höhere Einnahmen pro Nutzer als das bisherige Großhandelsmodell, bei dem Netzkapazitäten an andere Betreiber vermietet werden.




Wie die Financial Times meldet, äußerte sich SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell kürzlich auf einer Roadshow zum Börsengang entsprechend gegenüber Investoren. Der Vorstoß in den Endkundenmarkt ist ein strategischer Schritt, um das Wachstum des Unternehmens weiter voranzutreiben. Beim jüngsten Börsengang erreichte SpaceX eine Bewertung von 1,8 Billionen Dollar (etwa 1,5 Billionen Euro). Das frische Kapital bietet den finanziellen Spielraum für den Ausbau der Telekommunikationssparte.

Hürden beim eigenen Netzausbau

Der Aufbau eines flächendeckenden Mobilfunknetzes ist allerdings mit enormen Kosten und technischen Herausforderungen verbunden. Die Technologie Direct-to-Device, kurz D2D, bei der sich handelsübliche Smartphones direkt mit Satelliten verbinden, bietet aktuell nur geringe Bandbreiten. Sie eignet sich primär als Notfall-Lösung in abgelegenen Gebieten ohne regulären Empfang. Für eine zuverlässige Versorgung in dicht besiedelten Gebieten sind herkömmliche Mobilfunkmasten zwingend erforderlich.

Um das Problem zu lösen, benötigen Ingenieure bei SpaceX ein dichtes Netz an Bodenstationen. SpaceX verfügt derzeit über deutlich weniger Frequenzspektrum als die etablierten Konkurrenten. Während die drei großen US-Netzbetreiber zusammen etwa 1020 Megahertz kontrollieren, stehen SpaceX lediglich 65 Megahertz zur Verfügung. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Ankündigung als taktisches Manöver dienen könnte.

Das Ziel eines solchen Manövers wäre, in künftigen Verhandlungen mit Partnern wie T-Mobile bessere Konditionen für die Nutzung der Satelliten zu erzielen. Sollte der Aufbau eines eigenen Netzes zu teuer oder ineffizient sein, besteht theoretisch die Möglichkeit einer Übernahme (der Name, der hier immer wieder fällt, ist T-Mobile). Durch den Verkauf weiterer Aktien könnte SpaceX das nötige Kapital beschaffen, um einen bestehenden Netzbetreiber komplett zu kaufen.

Würdet ihr einen Mobilfunktarif von Starlink nutzen oder bleibt ihr lieber bei den etablierten Anbietern? Teilt eure Meinung und Bedenken gerne mit uns in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • SpaceX plant den Einstieg in den US Mobilfunkmarkt für direkte Endkunden
  • Durch Zukauf von EchoStar Frequenzen wird die terrestrische Basis gestärkt
  • Das Unternehmen könnte direkt mit etablierten Providern wie AT&T konkurrieren
  • Hohe Kosten und technologische Hürden bremsen den Aufbau eines eigenen Netzes
  • Strategisch könnte der Vorstoß bessere Verhandlungspositionen ermöglichen
  • Kapital könnte auch für die Übernahme eines Mobilfunkbetreibers genutzt werden

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