Musk gegen T-Mobile & Co.:
Qualcomm-Technik für neues Mobilfunknetz

Mit Geld kann man fast alles kaufen. Diese Logik verfolgt Elon Musk offenbar jetzt bei seinem beinahe utopischen Plan, ein viertes großes Mobilfunknetz in den USA aufzubauen. Der Chipgigant Qualcomm soll dafür die nötige Infrastruktur liefern.
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Ericsson / O2
  • SpaceX plant den raschen Aufbau eines neuen Mobilfunknetzes in den USA
  • Qualcomm liefert dafür Funksysteme sowie Software für Basisstationen
  • Der Chiphersteller spricht vom größten 5G-Deal seiner Firmengeschichte
  • Ab dem Jahr 2027 soll die neue Technik in zehntausenden Stationen funken
  • Das terrestrische Netz wird bei Bedarf mit Starlink-Satelliten verknüpft
  • Elon Musk fordert mit Starlink Mobile Konzerne wie AT&T und T-Mobile heraus

Von Hirngespinst zu Realität in kürzester Zeit?

Von der Branche wurden Elon Musks Pläne für den Aufbau eines vierten großen Mobilfunknetzes durch seine Firma SpaceX und deren Tochter Starlink kürzlich noch verlacht, doch mittlerweile macht der Tesla-CEO und Tech-Milliardär offensichtlich ernst. Neben einer geplanten Übernahme des MVNOs Boost Mobile soll Starlink Mobile in großem Stil Technik für Basisstationen und andere Teile der Infrastruktur für das neue Mobilfunknetz von Qualcomm einkaufen.

Wie Qualcomm heute verkündete, hat SpaceX bzw. Starlink eine mehrjährige Kooperation mit dem Chipgiganten geschlossen. Qualcomm soll dabei Funksysteme, Basisstationen und Software für den Betrieb des unter dem Namen Starlink Mobile geplanten neuen terrestrischen 5G-Mobilfunknetzes von SpaceX liefern.


Qualcomm-Chips für zahllose Basisstationen

Qualcomms Technik soll bereits ab 2027 bei zehntausenden Basisstationen für das neue Netz von Starlink Mobile eingesetzt werden. Zuletzt war zu hören, dass Musks Firmen rund 80.000 sogenannte Makrozellen und Hunderttausende kleinere Zellen planen. Noch nannte Qualcomm zwar keine Zahlen zu dem Deal mit SpaceX, sprach aber davon, dass es sich um den größten 5G-Vertrag in der Firmengeschichte handele.

Für Qualcomm ist die Kooperation mit SpaceX insofern von großer Bedeutung, als sich der US-Konzern bisher hauptsächlich als Anbieter von Prozessoren und anderen Plattformen für Client-Geräte wie Smartphones, Tablets und Laptops hervorgetan hat. Im Bereich der Netzinfrastruktur war man bisher weniger präsent, konkurriert aber nun offensichtlich verstärkt mit Herstellern wie Intel, Nokia, Ericsson, Broadcom und Marvell.

SpaceX soll nach dem Willen von Musk möglichst schnell zu einer Bedrohung für die etablierten großen US-Mobilfunkanbieter AT&T, Verizon und T-Mobile werden. Im Mittelpunkt steht dabei, die terrestrische Abdeckung des neuen 5G-Netzes bei Bedarf zusätzlich durch eine Anbindung an das bereits weit ausgebaute Netz aus Starlink-Satelliten zu verbessern.

Qualcomms Chips sollen offenbar auch helfen, den Betrieb von Starlink Mobile mit größerer Effizienz zu ermöglichen. So soll auch mit einer begrenzten Breite an Funkspektren hohe Datenmengen über große Distanzen übertragen werden können. Wahrscheinlich will man so mögliche Engpässe bei den Lizenzen für die zum Aufbau des neuen Netzes nötigen Funkfrequenzen überwinden oder zumindest minimieren.

Siehe auch:
Roland Quandt

Redakteur für Smartphones & Leaks

Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.

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