Kalifornien verbietet das Feuern von Mitarbeitern mithilfe von KI

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat weitreichende Gesetze zum Einsatz von KIs am Arbeitsplatz erlassen. Arbeitgebern ist es künftig untersagt, Kündigungen oder Abmahnungen ausschließlich auf Basis von Algorithmen auszusprechen.
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WinFuture/KI-generiert
  • Kalifornien untersagt Kündigungen durch rein automatisierte KI-Systeme
  • Biometrische Emotionserkennung von Beschäftigten ist nun strikt verboten
  • Menschliche Prüfer müssen primär von KI gefällte Urteile verifizieren
  • Unternehmen dürfen keine KI-Überwachungswerkzeuge in Waschräumen nutzen
  • Ärzte und Anwälte behalten weiterhin die Kontrolle über Kernaufgaben
  • Gouverneur Newsom reagiert mit dem Gesetz auf das Fehlen von Bundesregeln

KI darf nicht allein kündigen

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat diese Woche ein weitreichendes Gesetzespaket unterzeichnet, das Arbeitnehmer im US-Bundesstaat vor den negativen Auswirkungen Künstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz schützen soll.

Das als No Robo Bosses Act bekannte Gesetz verbietet es Unternehmen, Entscheidungen über Disziplinarmaßnahmen oder Kündigungen ausschließlich von automatisierten Systemen treffen zu lassen. Zusätzlich untersagt das Paket den Arbeitgebern, die Technologie zu nutzen, um den emotionalen Zustand von Mitarbeitern anhand biometrischer Daten vorherzusagen.

Wenn Arbeitgeber bei solchen Personalentscheidungen primär auf die Auswertungen von KI-Software vertrauen, muss fortan ein menschlicher Prüfer die Ergebnisse anhand weiterer Informationen wie Leistungsbeurteilungen oder Personalakten verifizieren.

Betroffene Angestellte haben zudem das Recht auf eine schriftliche Mitteilung, welche Daten das System verwendet hat, sowie auf einen menschlichen Ansprechpartner. Werden Massenentlassungen oder Standortverlagerungen durch KI-Systeme verursacht, müssen Firmen das transparent machen.


Schutz vor Überwachung

Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, umfassen die neuen kalifornischen Regelungen noch weitere Bereiche des Arbeitsalltags. So ist der Einsatz von KI-gestützten Überwachungswerkzeugen in den Waschräumen von Unternehmen verboten. Auch für spezifische Berufsgruppen gelten neue Vorgaben: Ärzte behalten bei der Nutzung klinischer Entscheidungshilfen das letzte Wort, während Anwälte juristische Kernaufgaben nicht vollständig an Algorithmen auslagern dürfen.

Die Verabschiedung folgt auf Forderungen von Gewerkschaften. Zuvor waren Berichte über voreingenommene Algorithmen bei Entlassungen, etwa bei Meta, laut geworden. Eine frühere Version des Gesetzes hatte Newsom 2025 blockiert. Für seine Zustimmung strichen die Initiatoren eine generelle Vorabinformationspflicht bei KI-Einsätzen sowie den Schutz für Mitarbeiter von Plattformen wie Uber. Wirtschaftsvertreter kritisieren das aktuelle Gesetz hingegen, da der Begriff der primären KI-Abhängigkeit unklar sei.

Politische Dimensionen

Neben den arbeitsrechtlichen Bestimmungen erließ der Gouverneur auch eine Anordnung zur offiziellen Nomenklatur. Staatliche Behörden in Kalifornien sind angewiesen, die Technologie weiterhin als Künstliche Intelligenz zu bezeichnen. Kalifornien reagiert damit auf eine Direktive von Donald Trump, der US-Diplomaten zur Verwendung des Begriffs Super-Intelligenz verpflichtet hatte. Newsom begründete den kalifornischen Vorstoß insgesamt mit mangelnder Führung auf Bundesebene bei der Regulierung der Technologie.

Wie bewertet ihr die neuen kalifornischen Vorgaben für den KI-Einsatz am Arbeitsplatz? Teilt eure Gedanken und Perspektiven gerne mit uns in den Kommentaren!

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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