EZB-Chefökonom: KI schwächt Arbeitnehmer, lässt Gehälter stagnieren
Geht es nach dem Chefökonomen der Europäischen Zentralbank, dürfte die zunehmende Verwendung von KI-Technologien in europäischen Firmen die Position von Arbeitnehmern schwächen und ihre finanziellen Möglichkeiten verschlechtern.
Noch habe KI zwar die Trends im Arbeitsmarkt nicht verändert, doch verbleibe die Zahl der Neueinstellungen auf einem niedrigen Niveau, weshalb die Arbeitnehmer laut Lane weniger Möglichkeiten haben, höhere Löhne als Ausgleich für die hohe Inflation zu verlangen. Dies könne eine Erklärung dafür sein, dass die Gehälter weniger stark steigen, während die Inflation hoch ist.
"Das Potenzial von KI, bestimmte Arten von Arbeitskräften zu ersetzen, könnte auch die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer schwächen, das Lohnwachstum dämpfen und den Anteil der Arbeit am Gesamteinkommen verringern," sagte Lane während einer Rede in der irischen Hauptstadt Dublin laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Lane sagte außerdem, dass Firmen in aller Welt derzeit so hohe Kredite für den Ausbau von KI-Kapazitäten aufnehmen, dass dadurch die Kreditkosten für die Allgemeinheit in die Höhe getrieben und die Finanzierungsbedingungen in einem so großen Maß verschärft würden, dass dies für die Geldpolitik der EZB relevant werde.
Langfristig könnte KI nach Meinung von Lane aber auch einen relevanten Einfluss auf die Wirtschaft haben, weil das Potenzial besteht, die Produktion und das Wachstum zu steigern, wodurch letztlich eine höhere Wachstumsgeschwindigkeit der Wirtschaft in der Eurozone zu verzeichnen sein könnte. Den Grund dafür sieht Lane nach eigenen Angaben darin, dass KI möglicherweise die wirtschaftlichen Auswirkungen des vorhergesagten Rückgangs der erwerbsfähigen Bevölkerung ausgleichen könnte.
Siehe auch:
- Laut Philip Lane dämpft KI das Lohnwachstum trotz hoher Inflation in Europa
- Die Teuerungsrate liegt aktuell bei dem Doppelten des Ziels von zwei Prozent
- Niedrige Einstellungszahlen schwächen die Verhandlungsposition der Angestellten
- Durch den möglichen Ersatz von Arbeitskräften sinkt deren Gesamteinkommensanteil
- Hohe Firmenkredite für KI-Technik treiben Zinsen für die Allgemeinheit nach oben
- Langfristig kann KI den Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung kompensieren
KI verhindert Anstieg von Löhnen trotz Inflation
Nach Auffassung von EZB-Chefökonom Philip Lane hat der zunehmende Einsatz von KI in Europa wahrscheinlich direkte Folgen für viele Arbeitnehmer. Während die Inflation derzeit doppelt so hoch ist wie das von der EZB angestrebte Niveau von zwei Prozent, gibt es seiner Meinung nach keine Sekundäreffekte wie etwa steigende Löhne.Noch habe KI zwar die Trends im Arbeitsmarkt nicht verändert, doch verbleibe die Zahl der Neueinstellungen auf einem niedrigen Niveau, weshalb die Arbeitnehmer laut Lane weniger Möglichkeiten haben, höhere Löhne als Ausgleich für die hohe Inflation zu verlangen. Dies könne eine Erklärung dafür sein, dass die Gehälter weniger stark steigen, während die Inflation hoch ist.
"Das Potenzial von KI, bestimmte Arten von Arbeitskräften zu ersetzen, könnte auch die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer schwächen, das Lohnwachstum dämpfen und den Anteil der Arbeit am Gesamteinkommen verringern," sagte Lane während einer Rede in der irischen Hauptstadt Dublin laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Lane sagte außerdem, dass Firmen in aller Welt derzeit so hohe Kredite für den Ausbau von KI-Kapazitäten aufnehmen, dass dadurch die Kreditkosten für die Allgemeinheit in die Höhe getrieben und die Finanzierungsbedingungen in einem so großen Maß verschärft würden, dass dies für die Geldpolitik der EZB relevant werde.
Langfristig könnte KI nach Meinung von Lane aber auch einen relevanten Einfluss auf die Wirtschaft haben, weil das Potenzial besteht, die Produktion und das Wachstum zu steigern, wodurch letztlich eine höhere Wachstumsgeschwindigkeit der Wirtschaft in der Eurozone zu verzeichnen sein könnte. Den Grund dafür sieht Lane nach eigenen Angaben darin, dass KI möglicherweise die wirtschaftlichen Auswirkungen des vorhergesagten Rückgangs der erwerbsfähigen Bevölkerung ausgleichen könnte.
Siehe auch:
- KI-Milliarden auf dem Prüfstand: Investor warnt vor OpenAI & Anthropic
- Microsoft-Forscher: KI ist "größter Diebstahl menschlicher Arbeit"
- Katastrophe bleibt aus: KI schafft bislang mehr Jobs als sie vernichtet
- Bank of England: KI kann globale Finanzmärkte ins Wanken bringen
- KI bringt wenig Entlassungen, macht es Job-Einsteigern aber schwer
Thema:
Roland QuandtRedakteur für Smartphones & Leaks
Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.
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