BYD: 350 Mal geladen, 30.000 km gefahren und kaum Kapazität verloren

Der chinesische Autobauer BYD hat seine Elektrolimousine Yang­wang U7 einem extremen Belastungstest unterzogen. Nach 30.000 Kilometern in neun Tagen und enormen Ladegeschwindigkeiten zeigte der Akku noch fast 99 Prozent seiner Restkapazität.
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BYD

    Härtetest für neue Akku-Generation

    BYD hat seine Elektrolimousine Yangwang U7 einem extremen Belastungstest unterzogen. Um die Auswirkungen von ultraschnellem Laden auf die Batterie zu untersuchen, fuhr das Fahrzeug auf einer geschlossenen Teststrecke in Nanning innerhalb von neun Tagen rund 30.000 Kilometer. Dabei wurde die verbaute Blade Battery 2.0 über 350 Mal mit einer Leistung von bis zu 640 Kilowatt aufgeladen.

    Während der Fahrten herrschten Umgebungstemperaturen von durchschnittlich 36 Grad Celsius. Das Fahrzeug bewegte sich laut Herstellerangaben mit einer konstanten Geschwindigkeit von 240 Kilometern pro Stunde. Solche hohen Geschwindigkeiten in Kombination mit Hitze und enormen Ladeleistungen belasten das Thermomanagement eines Elektroautos extrem. Das Kühlsystem musste dauerhaft maximale Leistung erbringen, um eine Überhitzung der Zellen zu verhindern. Ziel war es, den Verschleiß unter widrigsten Bedingungen zu dokumentieren.


    Nach Abschluss der Fahrten wies der Akku noch 98,7 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität auf. Wie CarNewsChina berichtet, betonte das Management von Yangwang, dass es sich bei dem Testwagen um ein reguläres Serienfahrzeug aus dem Handel gehandelt habe. Spezielle Modifikationen am Antriebsstrang oder der Software seien nicht vorgenommen worden. Das Modell kostet auf dem heimischen Markt eine Million Yuan (umgerechnet rund 127.000 Euro).

    Neue Regeln für Elektroautos

    Solche Testreihen gewinnen vor dem Hintergrund strengerer gesetzlicher Vorgaben an Relevanz. In China treten ab dem Jahr 2027 neue Richtlinien in Kraft, die für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben verbindliche Zuverlässigkeitstests über 30.000 Kilometer vorschreiben. Auch in Europa steigen die rechtlichen Anforderungen an die Hersteller.

    Auch die kommende Euro-7-Norm verpflichtet Autobauer dazu, die Langlebigkeit der Batterien dauerhaft zu garantieren. Für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sind bestimmte Mindestwerte für neue Elektroautos vorgesehen: So müssen nach fünf Jahren oder 100.000 Kilometern noch 80 Prozent Restkapazität vorhanden sein. Nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern liegt die Grenze bei 72 Prozent. Entsprechende Nachweise müssen ab Ende November 2026 für neu zugelassene Fahrzeugtypen erbracht werden, um eine Typgenehmigung zu erhalten.

    Obwohl die Testergebnisse von BYD einen geringen Kapazitätsverlust bei intensiver Nutzung zeigen, bilden sie nicht die gesamte Realität ab. Ein neuntägiger Testzyklus kann die kalendarische Alterung einer Batterie nicht simulieren. Chemische Zersetzungsprozesse, die über Jahre hinweg auch bei stillstehenden Fahrzeugen stattfinden, bleiben bei dem Versuchsaufbau unberücksichtigt. Langzeitstudien müssen künftig zeigen, wie sich die Zellen über einen typischen Lebenszyklus im Alltag verhalten.

    Glaubt ihr, dass solche Extremtests aussagekräftig für den normalen Alltag sind, oder seht ihr die kalendarische Alterung als größeres Problem? Teilt eure Einschätzungen in den Kommentaren.

    Zusammenfassung
    • BYD testete die Elektrolimousine Yangwang U7 unter Extrembedingungen
    • In nur neun Tagen legte das Fahrzeug rund 30.000 Kilometer zurück
    • Die neue Batterie wurde über 350-mal mit bis zu 640 Kilowatt geladen
    • Nach dem Härtetest wies der Akku noch 98,7 Prozent Kapazität auf
    • Die kommende Euro-7-Norm fordert Mindestwerte für die Akkulebensdauer
    • Der Kurzzeittest berücksichtigt jedoch nicht die kalendarische Alterung

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