Amazon unter Druck: Sammelklage wegen KI-Training auf Twitch

Twitch und Amazon sehen sich mit einer Sammelklage konfrontiert. Ein Streamer wirft den Unternehmen vor, Nutzerdaten ohne Er­laub­nis für das Training generativer KI zu verwenden. Die standard­mäßig aktivierte Datennutzung sorgt für großen Unmut.
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WinFuture/KI-generiert

    Klage wegen KI-Training

    Der Content-Ersteller Warren Pandiscia hat in Kalifornien eine Sammelklage gegen Twitch und den Mutterkonzern Amazon eingereicht. Der Vorwurf lautet, dass die Unternehmen massenhaft Videos, Audioaufnahmen und Chatprotokolle von Online-Streamern ohne deren Zustimmung oder Vergütung verwenden. Die Daten sollen das Training generativer KI-Modelle von Amazon unterstützen. Der Kläger sieht darin einen Vertragsbruch sowie unlauteren Wettbewerb.

    Im Zentrum der Kritik steht eine kürzlich angepasste Richtlinie der Plattform. Twitch aktivierte die Freigabe von Inhalten für das KI-Training standardmäßig für alle Konten. Nutzer müssen der Nutzung aktiv in den Einstellungen widersprechen. Ein Opt-out gilt zudem nicht rückwirkend. Die Klageschrift behauptet, dass Amazon bereits seit 2024 heimlich Material abschöpft.


    Wie Courthouse News meldet, begründete Mike Minton, der Produktchef von Twitch, das Vorgehen sehr offen. Er erklärte während eines Livestreams, dass niemand der Datennutzung zustimmen würde, wenn das System auf einem Opt-in-Modell basieren würde. Der Kläger argumentiert, dass Amazon aufgrund der kommerziellen Natur der KI-Produkte einen starken Anreiz habe, Trainingsdaten in großem Umfang zu sammeln.

    Lücken im Opt-out-System

    Ein technisches Detail der Regelung sorgt für weitere Bedenken. Die Ablehnung des Trainings ist an den Kanal gebunden und nicht an die Person. Wenn ein Streamer, der dem Sammeln von Daten widersprochen hat, als Gast auf einem fremden Kanal auftritt, können seine Inhalte dennoch für die Entwicklung der Amazon-Modelle erfasst werden. Das macht einen vollständigen Schutz der eigenen Daten auf der Plattform nahezu unmöglich.

    Die gesammelten Informationen dienen laut den Nutzungsbedingungen der Verbesserung verschiedener Systeme des Unternehmens. Dazu gehören unter anderem Modelle zur Text- und Sprachsynthese, Systeme zur automatischen Bild- und Videoerstellung sowie Werkzeuge zur Optimierung von Untertiteln. Der Kläger fordert nun eine finanzielle Entschädigung für alle betroffenen Nutzer. Zudem strebt er eine gerichtliche Unterlassungsverfügung an, um die weitere unrechtmäßige Nutzung der Inhalte dauerhaft zu stoppen.

    Amazon erwarb Twitch im Jahr 2014 für rund 970 Millionen Dollar (etwa 830 Millionen Euro). Seitdem hat sich der Dienst zu einer der wichtigsten Anlaufstellen für Live-Übertragungen im Internet entwickelt. Ein juristischer Erfolg der Streamer könnte weitreichende Präzedenzfälle für den Umgang mit Urheberrechten im Bereich der künstlichen Intelligenz schaffen. Weder Twitch noch Amazon haben sich bislang offiziell zu den Vorwürfen oder der laufenden Sammelklage geäußert.

    Wie bewertet ihr das standardmäßige Opt-out für Trainingsdaten bei Twitch? Teilt eure Gedanken und Bedenken gerne mit uns in den Kommentaren!

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    Zusammenfassung
    • Sammelklage in Kalifornien gegen Twitch und Amazon wegen KI-Training
    • Streamer-Daten wie Videos und Chats wurden ohne Zustimmung genutzt
    • Twitch aktivierte die Freigabe der Nutzerdaten standardmäßig für alle
    • Der Widerspruch gilt nicht rückwirkend und schützt Gastauftritte nicht
    • Der Kläger fordert finanzielle Entschädigung und ein Nutzungsverbot

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