"Bandenmäßiger Handel" mit gefälschten Druckerpatronen aufgeflogen

Wenn man die Worte Banden und Patronen hört, dann denken manche wohl als erstes an US-Großstädte und Auseinandersetzungen von Straßengangs. In Berlin fielen diese Begriffe nun mit einem wesentlich harmloserem Verbrechen, nämlich gefälschten Druckerpatronen.
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Betrug mit minderwertigen Druckerpatronen

Manch einer, der von den überteuerten Cartridges der Markenhersteller genervt ist, wird hier von stillen Helden sprechen. Polizei und Justiz sehen das aber naturgemäß anders, nämlich als organisierten Betrug. Wie die Berliner Polizei mitteilte, durchsuchten gestern 69 Kriminalbeamte des LKA Berlin sowie Angehörige zweier Einsatzhundertschaften im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin zehn Geschäftsräume. Dazu zählte auch ein Call-Center, das als Wohnanschrift getarnt war.

Beschuldigt werden sechs Männer im Alter von 20 bis 57 Jahren, sie sollen seit Oktober 2022 online gefälschte Druckerpatronen von minderwertiger Qualität verkauft haben. Die Behörden werfen den Personen vor, dass diese vorgegeben hätten, dass es sich um Originalware mehrerer Markenhersteller handelt. Die Beschuldigten sollen auf diese Weise 3,5 Millionen Euro eingenommen haben, und zwar pro Quartal.


"Da die Beschuldigten so nicht nur die Käufer getäuscht, sondern auch die Markenrechte der Druckerhersteller verletzt haben sollen, wird nicht nur wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges ermittelt, sondern auch wegen Kennzeichenverletzung und gewerbsmäßiger Verletzung von Unionsmarken", schreibt die Berliner Polizei in ihrer Mitteilung.

Laut den Behörden konnten im Rahmen der Durchsuchung "zahlreiche Geschäftsunterlagen und Datenträger, Bargeld in sechsstelliger Höher sowie Fälschungsmaterial und -werkzeuge in großer Zahl sichergestellt werden." Den entscheidenden Hinweis gab ein "großer internationaler Verkaufsplattformbetreiber". Welcher das ist, teilte die Polizei nicht mit, dabei kann es sich allerdings nur um Amazon oder eBay handeln.

Zusammenfassung
  • Polizeiaktion gegen organisierten Betrug in Berlin
  • Sechs Männer verkauften minderwertige Imitate
  • 3,5 Millionen Euro pro Quartal durch Fälschungen
  • Ermittlungen wegen Betrug und Markenrechtsverletzung
  • Hinweis kam von großer Verkaufsplattform

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