Tesla: Diebe stehlen reihenweise Batterien direkt aus der Gigafactory

Neben den geringen Verkaufszahlen kämpft der Autohersteller Tesla aktuell mit einem weiteren Problem. Organisierte Banden stehlen systematisch ganze Lkw-Ladungen voller teurer Batterien direkt vom Werksgelände in Nevada.
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Diebstahlserie in Nevada

Bei Tesla ist gerade wieder viel los. So musste man nach jahrelanger Entwicklung das Solar Roof aufgeben, knapp 15.000 Fahrzeuge wegen potenziell fehlender Sicherheitsaufkleber zurückrufen und obendrein lassen sich Sicherheitsfunktionen des Autopiloten mit recht simplen Tricks aushebeln. Jetzt steht das Unternehmen von Elon Musk vor einem weiteren Problem, denn aus der Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada werden offenbar reihenweise Batterien gestohlen.

Allein im Januar verschwanden neun Lkw-Ladungen direkt vom Betriebsgelände. Seit Dezember kam es zu mindestens elf derartigen Vorfällen. Die Täter gehen dabei strategisch vor. Sie nutzen gefälschte Ausweise und Speditionsnamen, um Schwachstellen in der Lieferkette gezielt auszunutzen. Bei einem Vorfall im Dezember erbeuteten die Diebe zwei Anhänger mit Heimspeichersystemen des Typs Powerwall 3. Der Wert einer solchen Ladung beläuft sich auf rund 475.000 US-Dollar (etwa 417.000 Euro).


Die Heimspeicher dienen dazu, überschüssige Sonnenenergie aus Solaranlagen für die Nutzung in der Nacht zu speichern. Da sie pro Einheit über 130 Kilogramm wiegen, erfordert der Abtransport ganzer Lkw-Ladungen logistisches Geschick und schwere Ausrüstung. Das zeigt den hohen Organisationsgrad der Täter.

Ermittlungen und Festnahmen

Wie Wired unter Berufung auf Polizeiakten berichtet, bezeichnen Ermittler die Situation als landesweites Problem. Die Behörden setzen GPS-Tracker ein, um die gestohlenen Güter aufzuspüren. Bei einem Einsatz in Nevada kam es jedoch zu einer ärgerlichen Panne.

Polizisten hatten einen Peilsender an einem leeren Anhänger angebracht, um die zurückkehrenden Täter auf frischer Tat zu fassen. Ahnungslose Tesla-Mitarbeiter holten den präparierten Anhänger jedoch vorzeitig ab und durchkreuzten das Vorhaben der Ermittler. Dennoch verzeichnet die Polizei inzwischen erste Erfolge. Ende Januar nahmen Beamte drei Verdächtige fest, die mit gestohlenen Identitäten aus Kalifornien angereist waren. Die Männer müssen sich nun wegen des Besitzes von schwerem Diebesgut vor Gericht verantworten.

Sicherheitslücken geschlossen

Tesla hat auf die Vorfälle mittlerweile reagiert und die Sicherheitsvorkehrungen an den Werkstoren massiv verschärft. Lkw-Fahrer müssen sich jetzt strengeren Identitätsprüfungen und detaillierten Dokumentenkontrollen unterziehen. Zudem bietet die Technik der Powerwall-Systeme einen eigenen digitalen Schutzmechanismus. Sobald gestohlene Einheiten online zum Verkauf angeboten und vom Sicherheitsteam markiert werden, lassen sie sich nicht mehr aktivieren. Käufer erhalten in einem solchen Fall komplett nutzlose Hardware.

Der Frachtdiebstahl ist jedoch kein isoliertes Problem bei Tesla. Branchenexperten schätzen, dass der Logistikbranche in den Vereinigten Staaten täglich Schäden in Höhe von knapp 18 Millionen US-Dollar (etwa 15,8 Millionen Euro) entstehen. Elektronische Bauteile sind wegen ihres hohen Wiederverkaufswerts auf dem Schwarzmarkt besonders begehrt.

Was meint ihr zu den Sicherheitslücken bei Tesla und der Vorgehensweise der Diebe? Teilt eure Gedanken und Meinungen zu dem Thema gerne unten in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Tesla kämpft mit Dieben, die massenhaft Batterien aus Fabriken stehlen
  • Die Täter nutzen gefälschte Ausweise für den Diebstahl ganzer Lkw-Ladungen
  • Professionelle Banden stehlen hochwertige Speichersysteme vom Werksgelände
  • Ermittler konnten erste Verdächtige nach aufwendigen Überwachungen festnehmen
  • Tesla verschärft Identitätsprüfungen und schützt Geräte mit digitalem Killswitch
  • Der Raub ist Teil eines wachsenden Problems für die US-Logistikbranche

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