Über 700 Watt: Packt Intel bei Nova Lake wieder die Brechstange aus?

Intel greift bei Nova Lake womöglich wieder zur Brechstange. Das kommende 52-Kern-Flaggschiff soll laut einem neuen Leak in der Lage sein, über 700 Watt zu ziehen. Das wäre ein Wert, der Kühl­lösungen und Netzteile vor Herausforderungen stellen dürfte.
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Abkehr von Effizienz?

Nachdem Intel bei seinen Arrow-Lake-CPUs und den kommenden Modellen des Refreshs den Fokus primär auf Effizienzsteigerungen gelegt hatte, deuten aktuelle Informationen darauf hin, dass der Hersteller für die Ende 2026 erwarteten Nova-Lake-Prozessoren für Desktops wieder in die andere Richtung gehen könnte.

Um die Leistungskrone im Desktop-Segment gegen die erstarkende Konkurrenz zu verteidigen, scheint Intel bereit zu sein, den Energieverbrauch wieder anzuheben. Berichten zufolge könnte das kommende Spitzenmodell der Core-Ultra-400-Serie unter speziellen Umständen eine Leistungsaufnahme von über 700 Watt erreichen. Dieser extreme Wert soll jedoch nicht unter 'normalen' Bedingungen zustande kommen, sondern bezieht sich spezifisch auf den PL4-Status (Power Level 4) bei deaktivierten Obergrenzen.


Zum Vergleich: Der aktuelle Core Ultra 9 285K operiert mit einem PL4-Limit von etwa 490 Watt. Der Grund für diesen signifikanten Anstieg liegt wohl auch in der grundlegend überarbeiteten Architektur. Das neue Flaggschiff soll auf ein Design mit zwei Compute-Tiles setzen und insgesamt 52 Kerne bieten. Das ist mehr als eine Verdopplung im Vergleich zu aktuellen Spitzenmodellen. Die Komposition besteht voraussichtlich aus 16 Performance-Kernen, 32 Effizienz-Kernen und vier Low-Power-E-Kernen zusammen.

Neuer Cache

Der konkrete Hinweis auf die Leistungsaufnahme stammt vom bekannten Leaker kopite7kimi auf X. Werte von über 700 Watt kämen faktisch einer Rückkehr zur sprichwörtlichen "Brechstange" gleich, um maximale Performance zu erzwingen. Details dazu, unter welchen genauen Lasten dieser Wert erreicht wird, nennt der Leaker aber nicht. Parallel dazu rüstet Intel aber wohl auch beim Cache-Design auf. Ein sogenannter "bLLC" (Big Last Level Cache) mit bis zu 288 Megabyte Speicher auf dem Dual-Tile-Modell soll Latenzen minimieren und die Leistung ähnlich deutlich steigern, wie es AMDs 3D-V-Cache derzeit vormacht.

Licht und Schatten

Trotz des angeblich immensen Spitzenverbrauchs unter Volllast gibt es auch positive Nachrichten zur Effizienz im Niedriglastbereich. Das System soll technisch in der Lage sein, die leistungsstarken P-Cores und regulären E-Cores komplett abzuschalten und nur mit den vier LP-E-Kernen zu booten oder im Leerlauf zu operieren. Diese extreme Spreizung zwischen minimalem Idle-Verbrauch und maximaler Lastaufnahme könnte Nova Lake zu einem technisch faszinierenden, aber schwer zu bändigenden Produkt machen. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um etwaige Bedenken bezüglich der Kühlbarkeit und der Stromrechnung zu zerstreuen, bleibt bis zum voraussichtlichen Marktstart Ende 2026 abzuwarten.

Was denkt ihr über diese Zahlen? Ist euch der Stromverbrauch eures Prozessors wichtig oder wollt ihr einfach nur maximale Leistung? Wir sind gespannt auf eure Meinung in den Kommentaren.
Zusammenfassung
  • Intels Nova-Lake-Flaggschiff könnte teils über 700 Watt ziehen
  • Drastische Steigerung gegenüber aktuellen Modellen mit 490 Watt PL4-Limit
  • Neues 52-Kern-Flaggschiff setzt auf zwei Compute-Tiles für Höchstleistung
  • Neuer Prozessor kombiniert 16 Performance-, 32 Effizienz- und 4 LP-E-Kerne
  • Bis zu 288 Megabyte großer Last-Level-Cache soll Latenzen minimieren
  • Effiziente Niedriglastnutzung durch Abschaltung der leistungsstarken Kerne
  • Marktstart der extremen High-End-CPUs ist für Ende 2026 geplant

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