Microsoft arbeitet Berichten zufolge an einer neuen KI-Super-App

Verliert Microsoft im Rennen um die beste künstliche Intelligenz den Anschluss an Google? Der Softwarekonzern leidet unter geringer Akzeptanz seiner unzähligen Copilot-Assistenten und plant nun eine Super-App als zentralen Rettungsanker.
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Das Ende des KI-Chaos

Microsoft entwickelt einem Insiderbericht zufolge eine sogenannte Super-App, um die aktuell so zahlreichen, isolierten Copilot-Assistenten im eigenen Portfolio zu vereinen. Der Softwarekonzern reagiert damit auf Frustration bei Kunden, die eine zentrale Anlaufstelle für die KI-Werkzeuge wünschen.

Unter dem internen Motto "Delivering one Copilot" leitet Jacob Andreou das Projekt. Der zuvor bei Snap für Wachstum zuständige Manager soll die getrennten Welten von Privatnutzern und Geschäftskunden zusammenführen. Seine Erfahrung mit Verbraucher-Apps soll bei der Schaffung einer intuitiven Plattform helfen.


Die neue Anwendung soll den regulären Chatbot, GitHub Copilot sowie Werkzeuge wie Autopilot und Scout bündeln. Wie Fortune unter Berufung auf Insider berichtet, ist die Veröffentlichung für den Spätsommer 2026 geplant. Auf der kommenden Developer-Konferenz Build in San Francisco wird die Plattform jedoch noch nicht vorgestellt.

Wechsel zwischen den Welten

Geplant ist eine Umschaltfunktion, mit der Anwender nahtlos zwischen privaten und geschäftlichen Profilen für Microsoft 365 Copilot wechseln können. Wer die gebündelte Plattform nicht nutzen möchte, kann weiterhin auf die einzelnen Dienste separat zugreifen. Microsoft reagiert damit auf Kritik, dass der ständige Wechsel zwischen verschiedenen Programmen den Arbeitsfluss stört.

Harte Konkurrenz am Markt

Der Druck auf Microsoft wächst, da Mitbewerber wie OpenAI und Google ebenfalls an zentralen Lösungen arbeiten. Obwohl der Konzern 13 Milliarden Dollar (etwa elf Milliarden Euro) in OpenAI investierte, verlor das Unternehmen zuletzt Marktanteile. Während Googles Dienst Gemini mittlerweile 900 Millionen monatlich aktive Nutzer verzeichnet, kämpft Microsoft mit geringerer Akzeptanz.

Bislang zahlen lediglich knapp fünf Prozent der 450 Millionen Nutzer der Bürosoftware Microsoft 365 für erweiterte Funktionen. Auch bei Entwicklern steht die für zehn Dollar (etwa neun Euro) pro Monat erhältliche Programmierhilfe GitHub Copilot unter Druck. Neue Alternativen wie Claude Code von Anthropic oder das Werkzeug Cursor werben aggressiv um Kunden.

Copilot im Zeitraffer: Wichtige Meilensteine

  • 2023
    Februar 2023
    Microsoft stellt Bing Chat vor - den Vorläufer von Copilot, basierend auf OpenAIs GPT-4.
  • März 2023
    Microsoft kündigt Microsoft 365 Copilot für Unternehmen an - integriert in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams.
  • September 2023
    Bing Chat wird offiziell zu "Microsoft Copilot" umbenannt und in Windows 11 integriert.
  • November 2023
    Microsoft 365 Copilot wird global für Unternehmenskunden verfügbar.
  • 2026
    Spätsommer 2026 (geplant)
    Einführung einer "Super-App", die alle Copilot-Varianten vereint und den Wechsel zwischen privaten und geschäftlichen Profilen erleichtert.

Um den Rückstand aufzuholen, strukturierte Konzernchef Satya Nadella die Führungsriege um. Neben der Zusammenlegung der getrennten Teams für private und kommerzielle Produkte wird erwartet, dass der neue Leiter Mustafa Suleyman in Kürze eigene Sprachmodelle vorstellt. Das soll die historische Abhängigkeit von der Technologie des Partners OpenAI verringern und Microsofts Position stärken.

Nutzt ihr bereits einen der vielen Assistenten im Alltag oder wartet ihr auf eine solche zentrale Lösung? Teilt eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Microsoft plant eine Super-App, um isolierte Copilot-Assistenten zu bündeln
  • Die Veröffentlichung der neuen KI-Plattform ist für Spätsommer 2026 geplant
  • Jacob Andreou leitet das Projekt zur Vereinigung von Privat- und Businesswelt
  • Anwender können nahtlos zwischen privaten und geschäftlichen Profilen wechseln
  • Konkurrenten wie Google und OpenAI erhöhen den Marktdruck auf den Softwarekonzern
  • Eigene Sprachmodelle sollen die Abhängigkeit vom Partner OpenAI künftig senken

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