Nächste Plattform verbrennt sich die Finger an einem Erotik-Bann
Kickstarter nimmt seine kürzlich eingeführten, strengeren Richtlinien für nicht jugendfreie Inhalte nach massiver Kritik zurück. Die Plattform kehrt zu den alten Regeln zurück, was jedoch weiterhin Risiken bei der Zahlungsabwicklung birgt.
Ursprünglich sollten die strengeren Regeln für mehr Klarheit vor dem Start einer Kampagne sorgen. Sie verboten unter anderem bestimmte erotische Darstellungen in Comics oder in der Literatur strikt. Nun gelten wieder die vorherigen, deutlich offeneren Bestimmungen. Die alten Regeln untersagen lediglich explizite Pornografie sowie illegale Inhalte. Für die Künstler auf der Plattform bedeutet das vorerst eine Rückkehr zur gewohnten kreativen Freiheit, die sie seit Jahren schätzen.
Um solche plötzlichen Kontosperrungen zu vermeiden, wollte Kickstarter die eigenen Regeln an die strikten Vorgaben von Stripe anpassen. Das Management räumt nun aber ein, dass das ein Fehler gewesen sei. Die Entscheidung habe den grundlegenden Geist der Plattform verraten, schreibt COO Sean Leow. Man wolle sich wieder eindeutig auf die Seite der Kreativen stellen, auch wenn das zu neuen Konflikten mit dem Zahlungsdienstleister führen könnte.
Die Abhängigkeit von Zahlungsdienstleistern ist in der IT-Branche kein neues Problem. Auch Plattformen wie Steam mussten in der Vergangenheit Spiele mit Inhalten für Erwachsene entfernen, um die strengen Vorgaben von Kreditkartenunternehmen zu erfüllen. Kickstarter verspricht nun, bei künftigen Sperrungen direkt bei Stripe für die betroffenen Projekte zu vermitteln. Man will nach Kompromissen suchen, um Schäden für Künstler zu minimieren.
Wie bewertet ihr den Rückzieher der Plattform? Findet ihr den Kampf für kreative Freiheit richtig oder seht ihr das Risiko gesperrter Gelder als zu hoch an? Teilt eure Meinung mit uns!
Siehe auch:
Rolle rückwärts bei Inhaltsregeln
Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter hat ihre erst vor wenigen Wochen verschärften Richtlinien für nicht jugendfreie Inhalte offiziell zurückgezogen. Das Unternehmen reagiert damit auf massive Kritik aus seiner Community. Die neuen Vorgaben hatten zu großer Verwirrung und der Sorge geführt, dass viele Projekte in Zukunft keine Finanzierung mehr erhalten könnten. Künstler fürchteten um ihre Existenzgrundlage auf der Plattform.Ursprünglich sollten die strengeren Regeln für mehr Klarheit vor dem Start einer Kampagne sorgen. Sie verboten unter anderem bestimmte erotische Darstellungen in Comics oder in der Literatur strikt. Nun gelten wieder die vorherigen, deutlich offeneren Bestimmungen. Die alten Regeln untersagen lediglich explizite Pornografie sowie illegale Inhalte. Für die Künstler auf der Plattform bedeutet das vorerst eine Rückkehr zur gewohnten kreativen Freiheit, die sie seit Jahren schätzen.
Druck durch Zahlungsdienstleister
Wie das Unternehmen in einem Beitrag erklärt, lag der eigentliche Grund für die Verschärfung bei den strengen Vorgaben des Zahlungsabwicklers Stripe. Der Abwickler operiert unter eigenen rechtlichen Auflagen, die von globalen Finanzinstituten diktiert werden. In den vergangenen Monaten hatte Stripe vermehrt bereits genehmigte Kampagnen mitten in der Finanzierungsphase gesperrt. Das führte zu großem Frust bei den betroffenen Projektgründern und Unterstützern.Um solche plötzlichen Kontosperrungen zu vermeiden, wollte Kickstarter die eigenen Regeln an die strikten Vorgaben von Stripe anpassen. Das Management räumt nun aber ein, dass das ein Fehler gewesen sei. Die Entscheidung habe den grundlegenden Geist der Plattform verraten, schreibt COO Sean Leow. Man wolle sich wieder eindeutig auf die Seite der Kreativen stellen, auch wenn das zu neuen Konflikten mit dem Zahlungsdienstleister führen könnte.
Risiken für laufende Kampagnen
Die Rückkehr zu den alten Richtlinien bringt jedoch klare Nachteile für die Nutzer mit sich. Da Stripe weiterhin alle Zahlungen abwickelt, ergeben sich große Herausforderungen für Projektgründer. Kampagnen können jederzeit durch den Dienstleister eingefroren werden. Bereits gesammelte Gelder bleiben im Streitfall komplett blockiert und es gibt keine absolute Garantie für eine erfolgreiche Schlichtung. Nutzer müssen dieses signifikante Risiko bei jedem neuen Projekt berücksichtigen.Die Abhängigkeit von Zahlungsdienstleistern ist in der IT-Branche kein neues Problem. Auch Plattformen wie Steam mussten in der Vergangenheit Spiele mit Inhalten für Erwachsene entfernen, um die strengen Vorgaben von Kreditkartenunternehmen zu erfüllen. Kickstarter verspricht nun, bei künftigen Sperrungen direkt bei Stripe für die betroffenen Projekte zu vermitteln. Man will nach Kompromissen suchen, um Schäden für Künstler zu minimieren.
Wie bewertet ihr den Rückzieher der Plattform? Findet ihr den Kampf für kreative Freiheit richtig oder seht ihr das Risiko gesperrter Gelder als zu hoch an? Teilt eure Meinung mit uns!
Zusammenfassung
- Kickstarter zieht verschärfte Regeln für NSFW-Inhalte nach Kritik zurück
- Strenge Vorgaben des Zahlungsabwicklers Stripe waren der Auslöser
- Kreativen fürchteten um ihre Existenzgrundlage auf der Plattform
- Stripe kann laufende Kampagnen jederzeit sperren und Gelder einfrieren
- Die Rückkehr zu alten Regeln bedeutet weiterhin Risiken für Nutzer
- Kickstarter verspricht künftig direkt bei Stripe für Betroffene zu vermitteln
- Auch Steam entfernte bereits Spiele mit adulten Inhalten für Kreditkartenfirmen
Siehe auch:
- Gaming-Zensur: Nach NSFW-Spielen auch GTA "potenziell gefährdet"
- Aus für NSFW-Spiele: Mastercard leugnet Druck, Valve widerspricht
- Zensur-Protest: GOG verschenkt 13 von Steam verbannte NSFW-Spiele
- Ein bisschen NSFW: Madonna provoziert mit KI-Fotos mit dem Papst
- ChatGPT und Co.: OpenAI will KI-Tools für NSFW-Inhalte öffnen
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