Gaming-Zensur: Nach NSFW-Spielen auch GTA "potenziell gefährdet"

Eine Zensur-Welle erfasst gerade die Gaming-Branche. Nach hun­der­ten gelöschten Erwachsenenspielen auf Steam könnte bald auch beliebten Mainstream-Titeln wie GTA das Aus drohen. Das suggeriert jetzt zumindest eine Spieleplattform für Retro-Games.
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Neue Bedrohung für beliebte Spiele-Titel

Momentan schwappt eine Zensurwelle durch die Gaming-Landschaft und erregt die Gemüter. Auf Druck von Bankdienstleistern wie Visa und Mastercard nahmen in den letzten Wochen Plattformen wie Steam und Itch.io hunderte Erwachsenenspiele aus dem Angebot. Aus Protest hatte GOG die Aktion "Freedom to Buy" gestartet und 13 entsprechende Spiele verschenkt. Doch jetzt scheinen die Zensurbemühungen weit über Erwachsenenspiele hinauszugehen.

So könnten laut des Retrospieleanbieters Zoom Platform bald auch Mainstream-Titel bedroht sein. In einer Email an GamingOnLinux warnte ein Vertreter der Plattform, dass bei einigen Zahlungsdienstleistern Spiele wie Duke Nukem, Grand Theft Auto und Saints Row als mögliche Ziele künftiger Zensurmaßnahmen diskutiert würden und daher als "potenziell gefährdet" einzustufen seien.


Die Duke-Nukem-Serie ist seit den 1990er Jahren für ihre derben Sprüche und sexuellen Anspielungen bekannt. Grand Theft Auto steht seit jeher wegen seiner Gewaltdarstellung und gesellschaftskritischen Satire in der Kritik. Saints Row wiederum kombiniert beide Elemente und könnte daher besonders gefährdet sein.

Hintergrund der aktuellen Zensur-Kampagne

Der Ausgangspunkt für die aktuelle Entwicklung ist nach eigenen Angaben die australische Aktivistengruppe Collective Shout. Die Organisation behauptet, dass ihre Kampagne rund um das umstrittene Spiel "No Mercy" für das Verschwinden von Spielen aus Online-Stores gesorgt habe. Angeblich haben über 1000 Personen Visa, PayPal und andere Zahlungsdienstleister kontaktiert und sie aufgefordert, nicht länger mit Spielplattformen zusammenzuarbeiten, die bestimmte Titel erlauben.

Collective Shout hat bereits 2015 einen Erfolg verbucht, als die Gruppe Grand Theft Auto V aus den Regalen der australischen Einzelhandelsketten Kmart und Target verbannte. Damals argumentierte die Organisation, das Spiel fördere Gewalt gegen Frauen. Die Gruppe kündigte bereits an, zum Release von GTA VI im Jahr 2026 eine ähnliche Kampagne zu starten.

Plattformen wehren sich gegen Zensur

Die Reaktionen der Gaming-Plattformen fallen unterschiedlich aus. Während Steam sich den Forderungen der Zahlungsdienstleister gebeugt hat, zeigen andere Plattformen mehr Widerstand.

Auch Zoom Platform gibt sich kämpferisch und erklärt: "Wir haben nicht vor, Titel aus dem Sortiment zu nehmen und werden alles in unserer Macht Stehende tun, um solche Delistings zu verhindern. Wir sind überzeugte Verfechter der künstlerischen Freiheit und werden dies auch immer bleiben."

Sorge vor weiterer Ausweitung

Während Indie-Entwickler wenig Handhabe gegen die Macht der Zahlungsdienstleister haben, verfügen milliardenschwere Konzerne wie Take-Two Interactive, das Unternehmen hinter der GTA-Reihe, über deutlich mehr Ressourcen, sollten ihre Spiele ins Visier genommen werden. Dennoch verstärkt die aktuelle Entwicklung die Sorgen darüber, welche Inhalte Zahlungsdienstleister jenseits von expliziten Erwachsenenspielen noch beanstanden könnten.

Und so wächst die Befürchtung unter Gamern, dass die Zensur nach der Entfernung expliziter Erwachsenenspiele ausgeweitet wird und jeden Titel mit provokanten Inhalten wie Gewalt, Satire oder auch nur milden Anzüglichkeiten erfasst.

Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Seht ihr die künstlerische Freiheit in Gefahr oder sind die Maßnahmen gerechtfertigt? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Aktuelle Zensurwelle in der Gaming-Branche bedroht Erwachsenenspiele
  • Zahlungsdienstleister wie Visa üben Druck auf Spielplattformen aus
  • Auch Mainstream-Titel wie GTA könnten laut Zoom Platform gefährdet sein
  • Australische Gruppe Collective Shout treibt eine Kampagne gegen bestimmte Spiele
  • Plattformen reagieren unterschiedlich auf die Zensurforderungen
  • Sorge um künstlerische Freiheit und Ausweitung der Zensurmaßnahmen
  • Collective Shout plant bereits Kampagne gegen GTA VI für das Jahr 2026

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