PC-Markt: Intel 'zwingt' Hersteller zum Kauf neuer Prozessoren

Intel versucht aufgrund einer stark begrenzten Verfügbarkeit seiner älteren CPUs, die Hersteller von Notebooks und Desktop-PCs dazu zu bewegen, die neuesten Prozessoren zu verwenden. Die aufgrund der geringeren Preise hohe Nachfrage für die alten Chips sorgt für drastische Engpässe, heißt es.
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Intel-Strategie macht PC-Herstellern das Leben schwer

Intel hat seine führenden Partner unter den PC-Herstellern, also Lenovo, HP, Dell, Acer und ASUS, aufgefordert, möglichst rasch die neuesten Plattformen aus seiner modernen "Intel 18A"-Fertigung mit nur noch rund zwei Nanometern Strukturbreite zu adaptieren. Der US-Chipriese begründet dies damit, dass die neuen Prozessoren deutlich besser verfügbar sind als die von den PC-Anbietern aus Kostengründen bevorzugten älteren CPUs.

Hinter dem Drängen von Intel steckt allerdings Kalkül, denn das Unternehmen priorisiert beim Vertrieb der älteren Prozessoren ausdrücklich Kunden aus dem Markt für Server und Industrieanwendungen. Diesen kann Intel nämlich auch die älteren Chips zu höheren Preisen verkaufen und so höhere Margen erzielen, weil diese auch mehr zahlen und die Chips dann in KI-Anwendungen und Cloud-Rechenzentren zum Einsatz kommen.

'Wildcat Lake' für die Masse, mehr Power wird teuer

Um den PC-Markt zu bedienen, setzt Intel verstärkt auf seine neuen "Panther Lake" und vor allem "Wildcat Lake"-Familien, wobei letztere gerade mit der Intel Core 3 Series breit Einzug hält. "Wildcat Lake" sei integraler Bestandteil der Client-Strategie von Intel und könne auf Basis der neuen Intel 18A-Fertigungstechnologie schnell in großem Maßstab produziert werden, hieß es von dem Konzern.


Aus der Industrie ist laut dem japanischen Wirtschaftsdienst Nikkei Asia unterdessen zu hören, dass alle CPUs derzeit eher Mangelware sind. Die 7-Nanometer-Chips für Notebook-, Desktop- und Server-Systeme seien aktuell dabei besonders gefragt, hieß es weiter. Intel versuche deshalb derartige Chips eher an Server-Kunden zu vermarkten, um damit höhere Gewinnmargen einzufahren.

Neuere Chips treiben Preise der Geräte hoch

Die Strategie von Intel verschärft den ohnehin schon hohen Druck auf die Hersteller von Client-PCs zusätzlich. Diese müssen nun, ohne groß eine Wahl zu haben, die neuen und dadurch auch teureren CPUs von Intel abnehmen, wofür Anpassungen der Designs ihrer Endgeräte nötig sind.

Weil die neuen Chips auch höherwertige weitere Komponenten in den jeweiligen PCs nötig machten, würden die Kosten für die fertigen Systeme insgesamt steigen, was wiederum die Nachfrage aufseiten der Kunden dämpft und die Margen der PC-Hersteller weiter schrumpfen lässt, so die Quellen von Nikkei.

Von ASUS, dem weltweit fünftgrößten PC-Hersteller, war bereits eine Bestätigung zu hören, laut der man tatsächlich die teureren, mit Intels neueren Chips ausgerüsteten Geräte priorisiert, um überhaupt noch Geräte bauen zu können. Gleichzeitig versucht man aber auch, das untere Ende des Marktes weiter zu bedienen.

Die Lieferengpässe bei CPUs sollen unterdessen teilweise von einer ohnehin sinkenden Nachfrage abgefangen werden, so Marktbeobachter. Analysten erwarten einen Rückgang der PC-Verkaufszahlen im Jahr 2026, weil die Kunden nicht mehr bereit sind, die durch die CPU-Knappheit und die gleichzeitig enorm gestiegenen Speicherkosten höheren Preise weiterhin zu zahlen.

Zusammenfassung
  • Intel begrenzt Verfügbarkeit älterer CPUs und drängt PC-Hersteller zu neuen Chips
  • Server- und Industrie-Kunden erhalten Vorrang wegen höherer Margen
  • Neue Intel-18A-Chips mit 2 Nanometern sind besser verfügbar als ältere Modelle
  • PC-Hersteller müssen Designs für teurere neue CPUs anpassen
  • Fertige PCs werden teurer durch höherwertige Komponenten und Chips
  • Kundennachfrage könnte 2026 sinken, da steigende Preise Käufer abschrecken
  • Marktbeobachter erwarten Rückgang der PC-Verkaufszahlen im Jahr 2026

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