Windows-Bypass: Overclocker knackt Intels CPU-Sperre per KI-Hilfe
Ein Bastler hat Intel und Microsoft ausgetrickst: Ein Overclocker hat mithilfe von Claude den eigentlich gesperrten Bartlett-Lake-Prozessor auf einem Consumer-Board zum Laufen gebracht und damit Windows 11 auf nicht unterstützter Hardware gestartet.
Intel hat in diesem Jahr mehrere neue CPU-Familien vorgestellt, darunter die Core-Ultra-Serien für Desktop und Notebooks sowie die neuen Core-200- und Ultra-300-Modelle. Bartlett Lake nimmt dabei eine Sonderrolle ein: Die Chips sind für den Embedded- und Industrieeinsatz gedacht, setzen ausschließlich auf Performance-Kerne (P-Cores), behalten Hyperthreading bei und passen mechanisch weiter in den verbreiteten LGA1700-Sockel.
Genau hier setzte der Modder mit dem Alias "kryptonfly" an. In seinem System steckte ein Core 9 273PQE, ein Bartlett-Lake-Modell mit 12 Kernen und 24 Threads, montiert auf einem Asus-Z790-Mainboard. Die erste Hürde: Das Board musste die ungewöhnliche CPU überhaupt akzeptieren. Mit Unterstützung von Claude passte kryptonfly das BIOS beziehungsweise die Firmware so an, dass der Prozessor initial überhaupt gestartet werden konnte.
Die KI half dabei, fehlende oder inkompatible Firmware-Bausteine zu identifizieren und den Code entsprechend umzuschreiben.
Der Bastler fand mit Unterstützung der KI eine kreative Lösung. Er brachte das FSP-M dazu, den Prozessor wie ein Raptor-Lake-Modell zu behandeln. Das System glaubte so, eine reguläre Desktop-CPU vor sich zu haben, und initialisierte Speichercontroller und System Agent entsprechend.
Für den Alltagsnutzer ist der Hack weder gedacht noch zu empfehlen. Eingriffe auf dieser Firmware-Ebene sind hochkomplex und bergen erhebliche Risiken. Als technisches Experiment zeigt der Fall aber, wie weit sich Enthusiasten mit einer Kombination aus Fachwissen, Community-Hilfe und moderner KI inzwischen vorwagen können - selbst dort, wo Hersteller eigentlich klare Grenzen gezogen haben.
Würdest du solchen tiefen Firmware-Hacks mit KI-Unterstützung auf deinem eigenen System vertrauen - oder ist dir das Risiko für Stabilität und Sicherheit eindeutig zu hoch?
Siehe auch:
Ambitioniertes Bastel-Projekt
Wie Neowin berichtet, hat ein Nutzer im Overclock-Forum einen Intel-Prozessor der neuen Embedded-Reihe Bartlett Lake auf einem Consumer-Mainboard zum Laufen und Windows 11 zum Starten gebracht, obwohl die Plattform offiziell gar nicht unterstützt wird.Intel hat in diesem Jahr mehrere neue CPU-Familien vorgestellt, darunter die Core-Ultra-Serien für Desktop und Notebooks sowie die neuen Core-200- und Ultra-300-Modelle. Bartlett Lake nimmt dabei eine Sonderrolle ein: Die Chips sind für den Embedded- und Industrieeinsatz gedacht, setzen ausschließlich auf Performance-Kerne (P-Cores), behalten Hyperthreading bei und passen mechanisch weiter in den verbreiteten LGA1700-Sockel.
Die Ausgangslage
Gleichzeitig blockiert Intel den Einsatz auf normalen Consumer-Boards. Offiziell sind die CPUs nicht für klassische Desktop-PCs vorgesehen.Genau hier setzte der Modder mit dem Alias "kryptonfly" an. In seinem System steckte ein Core 9 273PQE, ein Bartlett-Lake-Modell mit 12 Kernen und 24 Threads, montiert auf einem Asus-Z790-Mainboard. Die erste Hürde: Das Board musste die ungewöhnliche CPU überhaupt akzeptieren. Mit Unterstützung von Claude passte kryptonfly das BIOS beziehungsweise die Firmware so an, dass der Prozessor initial überhaupt gestartet werden konnte.
Die KI half dabei, fehlende oder inkompatible Firmware-Bausteine zu identifizieren und den Code entsprechend umzuschreiben.
Prozessor wird wie ein Raptor-Lake-Modell behandelt
Die zweite, noch kniffligere Baustelle war der Weg in Windows 11. Hier kam laut Neowin das Intel Firmware Support Package (FSP-M) ins Spiel, das beim Booten unter anderem für die Initialisierung des Arbeitsspeichers zuständig ist. Standardmäßig verweigert es auf der Bartlett-Plattform in Consumer-Boards den Dienst.Der Bastler fand mit Unterstützung der KI eine kreative Lösung. Er brachte das FSP-M dazu, den Prozessor wie ein Raptor-Lake-Modell zu behandeln. Das System glaubte so, eine reguläre Desktop-CPU vor sich zu haben, und initialisierte Speichercontroller und System Agent entsprechend.
P-Core-Plattform
In einem Beitrag im Forum zeigte sich der Nutzer begeistert und schrieb sinngemäß, man habe die Initialisierung des System Agent (SA) "historisch" gefixt und könne nun endlich in Windows booten. Das zeigt, der bisher eigentlich für Windows-Server-Szenarien vorgesehene 273PQE läuft grundsätzlich auch mit einem normalen Windows 11, trotz Intels Sperren. Technisch überrascht das wenig. Server 2025 und Windows 11 24H2/25H2 teilen sich große Teile der Basis, und Bartlett Lake ist als reine P-Core-Plattform vergleichsweise unkompliziert zu schedulen, weil keine Mischung aus Effizienz- und Performance-Kernen vorliegt.Für den Alltagsnutzer ist der Hack weder gedacht noch zu empfehlen. Eingriffe auf dieser Firmware-Ebene sind hochkomplex und bergen erhebliche Risiken. Als technisches Experiment zeigt der Fall aber, wie weit sich Enthusiasten mit einer Kombination aus Fachwissen, Community-Hilfe und moderner KI inzwischen vorwagen können - selbst dort, wo Hersteller eigentlich klare Grenzen gezogen haben.
Würdest du solchen tiefen Firmware-Hacks mit KI-Unterstützung auf deinem eigenen System vertrauen - oder ist dir das Risiko für Stabilität und Sicherheit eindeutig zu hoch?
Zusammenfassung
- Bastler brachte Intels Bartlett-Lake-CPU auf Consumer-Mainboard zum Laufen
- Claude AI half beim Anpassen der Firmware und beim Umschreiben des Codes
- Der Core 9 273PQE hat zwölf Kerne und nutzt nur Performance-Kerne
- Das FSP-M wurde so manipuliert, dass es Raptor Lake simulierte
- Windows 11 bootete erfolgreich trotz offizieller Sperre durch Intel
- Server 2025 und Windows 11 teilen sich große Teile der Codebasis
- Der Hack ist für Alltagsnutzer weder gedacht noch zu empfehlen
Siehe auch:
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